Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Platten mit der bekannten Figur des Atys, arg zerstört. — Kleines
Fragment einer Darstellung der Psyche. — Reliefplatte eines
Sarkophages, auf allen Seiten verstümmelt. Von der Dar-
stellung eines Kampfes zwischen Reitern und Fussvolk sind fast die
ganze Figur eines Stürzenden und beiderseits von ihm Fragmente
von Pferden und Kriegern erhalten. — Viereckige Platte aus
weissem Marmor, gut erhalten. Zwei Männer sind bei einer Schrau-
benpresse beschäftigt, der eine nach 1. sich drehende ist im Profil,
der andere von vorn dargestellt; beide bemühen sich durch Quer-
balken die Presse in Bewegung zu setzen (vgl. Blümner Tech-
nologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen
und Römern. Leipzig 1875 S. 340 f.). — Der Vorderthei 1 eines
Schiffes von Kalkstein zeigt seitwäi'ts ein offenes Auge und am
Schnabel die Andeutung von scharfen Spitzen. — Postament einer
Sonnenuhr von Kalkstein, nicht ganz 1*00 h. Von aufsteigenden
Akanthusblättern eingefasst, steht eine jugendliche weibliche Gestalt,
mit entblösstem Oberkörper, den r. Arm auf die Hüfte, die 1. Hand
auf eine kleine neben ihr stehende männliche Herme gelegt.

Die Anticaglien werden im Wohnhause des Grafen Toppo
in Udine aufbewahrt. Weniger bedeutend sind die Bronzen und
geschnittenen Steine, bemerkenswerth dagegen die zahlreichen wun-
derbar erhaltenen Objecte aus Bernstein, welche meistens aus Gräber-
funden hervorgegangen sind. Die Hauptstücke theilte Graf Toppo
selbst in den Memoria di alcuni scavi fafti in Aquileja. Udine 1869
mit. Ausserdem finden sich vor einige Ringe mit kleinem Kopfe an
der Bildplatte, etliche Stücke in Gestalt kleiner Thiere , besonders
häufig aber die Form einer Muschel, die auch aus prächtigen
Onyxstücken und Bergkrystall gearbeitet vorhanden ist.

In Udine selbst sind auch sonst einige andere, meistens aus
Aquileja stammenden Antiken zerstreut, und es ist erfreulich, dass
jetzt durch die Stiftung eines Museums im ehemaligen Palazzo
Bertolini ein Centrum für deren Aufbewahrung gewonnen ist. Hier
fand ich die Inschriften n. 904. 977. 1171. 1333. 1340. 1447 wäh-
rend von den übrigen 30 nach Angabe des C I. L. in Udine zer-
streuten Inschriften nur n. 962. 1169. 1272 und 913 noch existiren
(letztere in Vat bei Udine als Tischplatte in einer Schenke ver-
wendet), n. 1370 wanderte mit der Sammlung Zandonati nach
Triest, n. 1794. 1832 und 1833 stammen aus verschiedenen Gegen-
den und sind gegenwärtig im Museum ausgestellt. Daselbst in der
loggia 8. Giovanni fand ich die früher im C. I. L. n. 64* unter die
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