Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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ständiger wiedergibt, als sie heute noch existirt. Herr Professor
Leo Reinisch stellt uns folgende Erklärung der Inschrift zur Ver-
fügung.

„Aus der Inschrift auf der Brustseite der Sphinx ist sofort zu
ersehen, dass diese aus der Zeit Amenhotep III., neunten Königs
der XIX. Dynastie, stammt, desselben Königs, der in der griechi-
schen Sage unter dem Namen Meuvcuv bekannt ist. Sein Regierungs-
antritt fällt in das Jahr circa 1500 v. Chr.

Die Inschrift auf der Brustseite ist noch heute in zwei von
oben nach unten laufenden Columnen vollständig erhalten:

neter nefer RaY-neb-Ma da yanax || Amen-Ra*f neb nesu neb pe meri

der Gute Grott Ra-neb-Ma (Ra der Herr der Wahrheit — Vorname
des Königs), der Lebensspender, || der Liebling Amon Ra's, des
Herrn der Throne, des Herrn des Himmels.

Auf der Vorderseite des Sockels findet sich folgende Inschrift:

1) (o|^£j 2) *

■QU'

1) Raf-neb-Ma 2) dwan rextyu neb-t yanxu
3) Amen-hotep-haq-Was 4) dwau rextyu neb-t fanxu

d. i. 1) Ra-neb-Ma, 2) welcher Auszeichnung verleiht allen edlen
Menschen 3) Amen-hotep-haq-Was (Amenophis, Herrscher in der
Thebais) 4) welcher Auszeichnung verleiht allen edlen Menschen.

Diese Sockelinschrift führt in vier Spalten ebenfalls von oben
nach unten; gegenwärtig sind nur noch deutlich lesbar Spalte 1—3,
Spalte 4 ist aus Adam ergänzt. An den äussersten Rändern rechts
und links sind bei Adam noch in vergrössertem Massstabe die
Determinative

rexyu

(die Reinen, Edlen) sichtbar.

Um den Sockel herum führt auf der rechten Seite der Sphinx
folgende Legende (die aus Adam ergänzten Theile durch eckige
Klammern bezeichnet):
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