Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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91. Faustulus und die Wölfin mit den Zwillingen.

Rother Thon mit schwärzlichem Firniss. — L. Oll, Br. 0"075. — Die Ober-
fläche hat gelitten. — Abgebildet Taf. VIII, 2.

L. stützt sich Faustulus (nach r. blickend) mit beiden Händen
auf einen Stab. Bekleidet ist er mit hochgeschürzter Tunica und
mit einem Felle, welches, wie eine Lacerna umgenommen, vom
Rücken herabhängt. Ob der Kopf bärtig war und ob er eine Be-
deckung trug, ist nicht zu entscheiden. Hinter ihm erscheint unten
ein Ziegenkopf, über ihm ein Baum (Feigenbaum?), an welchem
eine Syrinx hängt. R. die Wölfin in einer Grotte, unter ihr, kaum
kenntlich, Romulus und Remus.

Aehnliche Darstellungen Pass. III, 3, 4. vgl. Birch S. 515.
Ein Ziegenhirt, ganz in der Haltung des Faustulus: Kenner die ant.
Thonlampen des k. k. Münz- und Antikencabinets und der k. k.
Ambraser Sammlung (Archiv für österr. Geschichtsquellen Bd. 20)
n. 117. 118. abgeb. Taf. II, 4.

92. Helios mit Viergespann.

Rother Thon. — L. 0105, Br. 0 065. — Es fehlt ein Stück des Henkels.

Helios mit Strahlendiadem schwingt die Geissei über die nach
r. sprengenden Rosse. Die Füsse der Pferde sind mit dem Modellir-
stecken nachgearbeitet.

Vgl. Pass. I, 85. Birch S. 513, Anm. 9. Aehnlich der Wagen-
lenker Bartoli I, 27 = Beger lue. vet. sep. iconicae I, 30.

93. Eros flötenspielend.

Rötklicher Thon. — L. 0 07, Br. 0-055. — Das hohe Relief hat schon im
ungebrannten Zustande gelitten.

Eros mit grossen Flügeln, nach r. stehend, hält mit beiden
Händen die Doppelflöte am Munde. Das Gewand fällt vor und
hinter ihm in reichen Falten herab. Hinten unter dem Henkel ein
einfaches eingeritztes Ornament.

Kenner n. 43. Birch S. 512, Anm. 7. Brit. mus. vgl. Pass. I, 82.

94. Kentaur leierspielend.

Rother Thon. — L. 0-105, Br. 0 075. — Henkel abgebrochen.

Alter, dicker Kentaur, nach r. schreitend, hält im 1. Arm die
Lyra, mit der R. spielend.
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