Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Zu Corpus Inscriptioimm Latiiiariim III.

Dacia.

p. 172. Torda.

Von hier kamen mehrere Mauer- und Dachziegel verschiedener
Form mit folgendem unedirtem Stempel der legio V Macedonica in
das Bruckenthal'sche Museum nach Hermannstadt:

1. M VDA kVM

p. 179. Homrod Szent-Märton.

An diesen Abschnitt des C. I. L. knüpfe ich einige Nachrichten
über das Lager bei Bereczk an. Seit dem Erscheinen des ersten
Heftes der archäologisch-epigraphischen Mittheilungen hat Frau von
Cserey aus Imecsfalva in Häroinszek, welche in ihrer archäologischen
Sammlung bereits so manchen interessanten Fund dieser Gegend
der Wissenschaft erhalten hat, zweimal, Anfangs Juli und Ende
August dieses Jahres in dem wohlkenntlichen römischen Lager von
Bereczk Grabungen veranstaltet. Bei dieser Gelgenheit hatte der
Hauslehrer jener Dame, Herr Vassady, die Freundlichkeit mir eine
Skizze des Lagers und seiner Umgebung aufzunehmen.

Man erkennt auf derselben ganz wohl das längliche Rechteck
der Wälle rechts vom Flusse Feketeügy auf einem Plateau, das
nach Westen von einer Wasserrinne begrenzt wird, jenseits welcher
das Terrain wieder ansteigt und auf seinem Rücken die Reste einer
kleineren Befestigung trägt. Diese letztere heisst im Volksmunde
pinze (Keller).

Vom Hauptlager sind noch die Eckbastionen an ihren Trümmer-
haufen, die vier Thoröffhungen und die gepflasterte via principalis
kenntlich. Die Ausgrabungen ergaben auf zahlreichen Mauer- und
Dachziegeln nicht nur neuerdings den bereits nach Orban im ersten
Heft dieser Mittheilungen publicirten Stempel Co(hors) I Brac(ar-
augustanorum), sondern auch mehrfach den noch unedirten Stempel:

2. COH HIS

Cohiprs) His(panorum), wobei es befremdet, dass die Nummer der
Cohorte immer fehlt. Dasselbe ist der Fall bei mehreren Ziegeln
aus dem römischen Lager von Bereczk, welche nach Mittheilung

ArchäologiRch-epigraphisehe Mitth. II. o
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