Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Stern. Veröffentlicht sind davon nur n. 1—3 von Fr. Kenner in den
Mittheilungen der k. k. Centralcommission N. F. II; 1876, S. 53 ff.;
dieselben sind mn den ausgedehnten Anlagen eines römischen Bades,
welche Herr Graf Otto von Abensperg und Traun am südöstlichen
Abhänge des Burgfeldes von Petronell, gegenüber dem gräflich Palffy-
schenParke in Deutsch-Altenburg im Sommer 1875 aufgraben Hess« *),
gefunden worden und befinden sich in dem Museum des gräflichen
Schlosses zu Petronell:

1. Statue des Jupiter Dolichenus aus Sandstein, abgebildet und
beschrieben bei Kenner a. O. Auf dem Sockel ist

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eingeritzt. Die Annahme Kenner's (a. O. S. 56), dass die Buch-
staben, «welche in der photographischen Abbildung wie die Reste
einer verloschenen Inschrift aussehen, nur durch Zufall und neuer
lieh, wahrscheinlich beim Ausheben des Steines hervorgebracht sind",
hat sich mir und Anderen bei Prüfung des Monumentes als nicht
begründet erwiesen.

2. Ära aus Sandstein, hoch T08, breit 0*44, dick 0*42. Auf
den beiden Schmalseiten des Steines Gefässe, aus denen Blattpflanzen
herauswachsen, vgl. Kenner a. 0. S. 53 ff.

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10) ET ■ TITIANO
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Dass die Zeilen 5 — 6 und der Anfang von 7 absichtlich im
Alterthum mit dem Meissel getilgt worden sind, kann trotz der da-
gegen geäusserten Bedenken nicht zweifelhaft sein. Man könnte
dabei vielleicht an den Sohn des Perennis denken, vgl. Herodian Ic,

*) Vgl. A. Hauser Römisches Militärbad in Deutsch - Altenburg, ebendas.
S. 35 ff. mit 3 Tafeln.
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