Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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M. Munatius M. f. Coll{ina) Placidus Icconto veter(anus) leg(ionis) I.
ad(iut/ricis) p(iae) f(ideli$) an(norum) L h(ic) s(itus) e(st) T(e)rt(i)us (?)
Abascantus do(mo) M(p)esic(us) patrono bene merenti. — Iconium, die
Hauptstadt von Lycaonia, wird zwar von Grotefend (imperium R.
tributim descriptum p. 147) der Tribus Claudia zugetheilt, jedoch
gehört Iconium zu den Claudischen Colonien (vgl. über die Münzen
mit KXauöeiKOViewv Eckhel D. N. III, p. 31 sq. und C. I. Cr. 3991)
und daher ist Claudia als Beiname zu fassen. Zur Tribus Collina
gehören auch Antiochia, Caesarea, Sardes und Tavium (vgl. C. I. L.
III, 1167 und Eph. Ep. II, 515).

Korinthisches Capital, ca. 0'65 h., 0'40 im Durchmesser.
— Ueberdies viele kleine Gegenstände aus Bronze und Thon (eine
Maus, 0'06 1., sehr barbarisch), Münzen.

Beim Hause des Bauern Fülöp, in welchem die Inschrift
C. I. L. III, 4306 vermauert worden ist, liegt ein Bruchstück,

seltenen Erwähnungen (vgl. Clinton fasti romani I p. 280 sqq. und
C I. L. VII, 769) geht der Name des Tuscus dem seines Collegen
voran-

Weiterhin fanden wir unter einem Trümmerhaufen und vom
Staube dicht bedeckt, auf der Strasse einen Grabstein, 1*30 h.,
0'66 br., von ausserordentlich roher Arbeit. Die Verstorbene sitzt
en face auf einem Stuhle mit Schemel, hält in der B,. einen Apfel
und legt die L. in den Schooss. Ihre Haare sind wulstartig ge-
flochten, sie trägt ein Diadem, einen langen Schleier, ein Halsband
und ein Gewand, das sich um den Oberleib und die Arme mieder-
artig anschliesst. Von der Inschrift ist nur erhalten:

In der Nähe der Kirche: Inschrift mit schönen grossen
Buchstaben, 0'49 h., 0'66 L:

0 53 h., 0-61 L:

= 258 n. Chr.
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