Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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theilungen gegliedert und von einem Giebel bekrönt. — Auf diesem
sitzen zwei nach aussen gewendete Löwen, welche ihre Vordertatzen
auf einen Widderkopf legen (vgl. Conze, röm. Bildw. IL S. 8). Im
Giebelfelde sind zwei mit den Füssen nach aussen gelagerte Figuren
dargestellt, welche sich beide Hände reichen; eine männliche ganz
nackte mit kreuzweise übereinander gelegten Beinen und eine weibliche
in langem Chiton. — Darauf folgt das Feld mit den Brustbildern der
Verstorbenen unter einem flachen, von zwei korinthischen Spiral-
säulen getragenen Bogen; in der Mitte eine Frau, die R. auf die
Brust gelegt, beiderseits je eine Togafigur, r. eine bärtige, 1. eine
bartlose, beide mit der Rolle in der L., auf die der Zeigefinger ihrer
R. hinweist. Zwischen dem älteren Manne und der Frau ist die
Protome eines Kindes, unter dem jüngeren Manne etwa ein Unter-
satz mit einigen Gegenständen darauf (?) zu bemerken. Die Zwickel,
welche der Bogen mit dem horizontalen oberen Abschlüsse bildet,
füllt jederseits ein Knabe, der einen Delphin an der Halfter führt. —
Zwei Friesstreifen trennen das Hauptfeld vom Inschriftfelde. In
dem oberen steht ein dreifüssiges Tischchen mit Speisen in der
Mitte, und jederseits eine weibliche Figur; die eine r. im langen
Gewände, hält ein Gefäss in der erhobenen R., ein Tuch in der ge-
senkten L., die andere 1. fasst ein grosses eimerartiges Geräth (?)
beim Bügelhenkel und reicht die R. einer Frau, im gegürteten
Kleide mit Achselspangen und hohem Haarputze. Dieser zunächst
steht ein Mann nach L, das nach r. gewendete Haupt stützt er mit
der R., in der L. hält er ein Pedum verkehrt. Auf der anderen
Seite schliesst sich der schon erwähnten weiblichen Gestalt eine
mit den übrigen Figuren nicht weiter zusammenhängende Gruppe
an. Ein Mann sitzt in einem Lehnstuhle nach r. gekehrt, und sieht
dem Spiele einer ihm gegenüberstehenden Frau zu, die ihr Kind
an beiden Händchen gefasst hat, und mit ihm zu tanzen scheint.
Im zweiten Streifen in der Mitte ein nach r. gewendeter kleiner
Knabe. Mit aller Kraft die ihm zu Gebote steht, ergreift er einen
Hund beim Schweife und sucht ihn an sich zu ziehen, während dieser
auf ein Kaninchen, das sich vor ihm ängstlich zusammenduckt, los-
stürzen will. Ueber dem Thierchen flieht ein Hase vor einem Hunde,
1. vom Knaben verfolgt irgend ein wildes Thier, vielleicht ein Bär,
abermals einen Hasen. — Die Inschrift findet durch zwei korinthische
Spiralsäulen ihren Abschluss. — Der Sockel zerfällt vertical in drei
Theile: im mittleren führt eine männliche Figur mit einem bis an das
Knie reichenden Untergewände und einem kürzeren Obergewande, ein
Pferd mit der R. und hält in der L. einen Speer; in den schmäleren
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