Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

Seite: 161
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seitlichen Feldern steht Atys in bekannter Stellung und Tracht
(Mütze, kurzer Rock, anliegendes Beinkleid), das Haupt auf die R.
gestützt, und mit der L. das umgekehrte Pedum haltend. — Relief
in modern gothischer Umrahmung, 0*85 h., 102 1. Hercules, nach
r. vorgebeugt, ganz nackt, im Kampf mit dem Löwen, den er mit
beiden Händen gefasst hat und an seine Brust drückt. Der Löwe
steht auf den Hinterfüssen und setzt die 1. Pranke in seinen 1. Ober-
schenkel; 1. hinter Hercules hängt ein Schwert. — Grabstein
des Bato C. I. L. III, 4276.

Im Hofe bei der Schlosscapelle ist vor Allem ein in der Nähe
von Totis gefundener 2*76 h. Pfeiler von beinahe quadratischer
Grundform hervorzuheben, der auf allen Seiten mit sorgfältig gear-
beiteten bildlichen Darstellungen verziert ist, welche leider durch
vielfache Verletzung der Reliefoberfläche gelitten haben. Seine
Breite beträgt an den Hauptseiten 0*60, an den Schmalseiten 0-54.

Jede Seite ist in drei übereinander geordnete, durch auf Rand-
pfeilern ruhende Rundbögen eingefasste , nischenartige Abtheilungen
gegliedert, welche oberhalb je ein niedriges rechteckiges Feld ab-
schliesst. In diesen zwölf Abtheilungen waren zwölf in Vorderansicht
stehende Götterfiguren angebracht. — Die am besten erhaltene Seite
zeigt der Reihe nach von oben nach unten, je in einer solchen
Abtheilung stehend, Juno Minerva und Victoria. Juno im gegürteten
Doppelchiton, das Hinterhaupt mit einem Schleier bedeckt, hält das
Skeptron in der erhobenen L., die Schale in der gesenkten R.
Minerva, den Kopf nach r. gewendet, in einem langen Untergewande
und darüber um den Leib geworfenen Mantel, mit dem Helme auf
dem Kopfe, fasst mit der L. den am Boden stehenden Schild, mit
der erhobenen R. den langen Speer. Victoria, halb nach r. gewendet,
mit Ausnahme des 1. Beines das ein Gewand verhüllt, ganz nackt,
trägt in der L. ein Palmblatt, in der vor die Brust gehaltenen R.
einen Kranz. Die Zwickel der ersten Nische füllen Delphine, der
zweiten Rehböcke, welche in Fischleiber ausgehen, der dritten Ro-
setten. Das erste der rechteckigen Felder ist zerstört; im zweiten
(unter Juno) steht ein Pfau vor einem Henkelgefäss mit Blumen; im
dritten (unter Minerva) ist ein räthselhaftes, halb menschliches Ge-
bilde, liegend, mit stark markirter Brust, undeutlich erhaltenen
Händen und dünnen gewundenen, blattförmig endigenden Beinen,
vielleicht ein Gigant; im vierten (unter Victoria) zwei gegen einander
gekehrte Flügelrosse. Bei dem dritten Felde stehen am 1. Rand die
Buchstaben:

Archäologisch-epigraphische Mitth. II.

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