Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

Seite: 162
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R. I

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Auf der zweiten Seite von oben nach unten Apollo, Atys (?)
und Diana. Apollo, nackt bis auf ein um die Beine geschlungenes
Gewand, in der L. die auf einen Dreifuss gestellte Leier, zu seiner
R. die Spur eines Vogels oder eines Greifen. Die nächste Nische
füllt eine männliche Figur mit phrygischer Mütze , weitem Mantel^
bis an die Kniee reichendem Untergewande und Schuhen , einen
Zweig in der L. und einen runden Gegenstand in der vorgestreck-
ten R. (Atys?). Es folgt Diana, ungefähr in der Auffassung der Statue
von Versailles, mit dem Bogen und der Hindin zur R. Die zwei oberen
kleinen Felder schmücken Fruchtgehänge, zwischen denen ein Gor-
goneion , eine stehende und eine schwebende Kinderfigur sichtbar
sind; im dritten Felde ist nur noch ein Baum, im vierten ein Eber,
der sich nach einem unter ihn laufenden Hunde wendet, erkennbar.

Die nächste Seite des Pfeilers hat am meisten gelitten. Im
obersten rechteckigen Felde sind Spuren eines Blumengehänges, in
dessen Mitte ein Adler, an dessen Seiten Bukranien (?) zu sehen sind;
von der Figur der ersten Nische ist nur ein verschleierter Kopf und
ein r. vorgestreckter Arm zu erkennen. Das folgende Feld und die
zweite Nische sind gänzlich zerstört. Im nächsten Felde glaubten
wir Reste eines Pfeilschützen zu Rosse (vgl. oben S. 148 f., 155) und
vor demselben Reste einer Figur mit in die Hüfte gesetzter L. zu
sehen. In der dritten Nische ist Luna mit der Mondsichel auf dem
Haupte dargestellt. Das aus dem Gewände tretende 1. Bein ruht auf
einem runden Gegenstande. Im untersten Felde findet sich eine Thier-
scene.

In den Nischen der vierten Seite Hercules (?), Venus und
Mars. Hercules (?) hat die R. in die Seite gestemmt und hält einen
Bogen in der L., Venus hält in der L. einen Spiegel in dem sie
sich besieht, und ist im Begriffe mit der R. ihre Haar zu ordnen.
Die Figur des Mars ist mit Helm, rücklings herabwallenden Mantel,
Speer und Schild ausgestattet. In einem Zwischenbilde bemerkt
man einen nach 1. gewendeten Hund, im anderen zwei nackte ausein-
anderlaufende Knaben (wovon der eine geflügelt) mit einer Frucht-
schnur. — Die Proportionen der Figuren sind ausserordentlich ge-
drungen.
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