Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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männliche Figur in sehr kurzen Proportionen, mit einer Tunica und
einem weiten Obergewande mit Aermeln bekleidet, in der erhobenen
R. eine Schale. — Relief, 0.53 h., 0.90 br., oben, unten und rechts
gebrochen. Links ist eine Ecksäule erhalten. In einer rund ab-
geschlossenen Nische steht ein Mann in Vorderansicht (Kopf und
Füsse fehlen), bekleidet mit einer gegürteten Aermeltunica und mit
der Paenula, die vorne stolaartig herabhängt und von welcher um
den Hals die Falten der Kapuze (cucullus) sichtbar sind. Er hält
beide Hände vor der Brust, beide geschlossen, aber mit vorgestreck-
tem zweiten und fünften Finger. In der L. hält er eine Rolle, an
der rechten Seite ein Schwert. (Vgl. Acta nova mus. nat. hung.138.) —
Mi thrasrelie f, 0"43 h., 0*63 br., 0*34 d.; unten gebrochen. In
einer Grotte sieht man den oberen Theil des nach r. gewandten
Mithras. Sein flatterndes Gewand ist mit einem Halbmond und drei
Sternen verziert. Ueber der Grotte in einem Querstreifen 1. das
Brustbild des Helios mit Strahlenkranz, r. Luna mit der Sichel auf
dem Haupte. Den Zwischenraum zwischen beiden Figuren füllt
eine lange Basis, auf welcher sieben Altäre und beiderseits je ein
Baum stehen. (Vgl. Stark zwei Mithraeen S. 33, 37). — Bruch-
stück eines Grabsteines, 0'54 h., 0'89 br. Derselbe war in
drei Felder getheilt, das obere von Säulen eingerahmte Feld zeigt
die Spuren dreier Brustbilder; das nächste ganz erhaltene in der
Mitte einen dreifüssigen Tisch mit Speisen, rechts ein Mädchen mit
einem Kruge in der gesenkten L. und einem Becher in der er-
hobenen R., links einen Jüngling mit einer Schale in der L. und
einem Tuche in der R. — Oberer Theil eines Grabmals,
0'49 h., 1*16 br. Im Giebelfelde zwei liegende, einander umarmende
Figuren und zwar eine männliche nackte und eine weibliche halb-
bekleidete. An den Seiten des Giebels zwei schwebende, jugend-
liche, nackte Gestalten. Die zur R. hält in der L. eine Blume und
streckt die R. mit einem Apfel einem Delphine entgegen. Die 1.
stehende Figur ist beflügelt, hat in der R. einen Spiegel und hält
die L. abermals gegen einen Delphin. — Bruchstück eines
Reliefs, C.60 h., 0'92 1. Ein Thier, vielleicht ein Ochs, im Lauf-
schritte, vor ihm ein ruhig schreitendes Pferd. — Relief, 0*67 h.,
0'50 br. In einer von Pilastern gebildeten Nische steht ein jugend-
licher, nackter Mann (Kopf fehlt) mit Trauben in der gesenkten L.
und erhobener R. — Bruchstück eines Reliefs, unten ge-
brochen, 0*49 h., 0'59 br. Zwei sich kreuzende Delphine. — Ar-
chitektonisches Bruchstück, 0*17 h., 0*38 1., 0'26 t., von
quadratischer Grundfläche und mit concaven Seitenflächen; auf der
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