Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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Schönwisner Taf. 15; Lipp Fig. 3*). Aufsatz 1*13 h., 047 br. (an der
Basis), Marmor, oben gebrochen, in Gestalt einer abgestumpften
vierseitigen Pyramide mit coneaven Seitenflächen. Auf der Vorder-
seite eine Aveibliche Figur, bis auf ein hinten herabwallendes Gewand
nackt, in der erhobenen und im Ellbogen gebeugten L. mit einem
Spiegel, den r. Arm über den Kopf geschlagen; darüber ein Gor-
goneion. Die Nebenseiten mit schuppenförmig übereinander gelegten
Blättern geziert. Schönwisner Taf. 14; Lipp Fig. 17. — Basis,
025 L, 0*38 1. Die Vorderseite derselben zeigt eine gelagerte,
weibliche Figur. Ein Gewand umhüllt die Beine, der Oberkörper
ruht auf dem Ellbogen des 1. Armes, der r. ist über den Kopf ge-
schlagen. Im Hintergrunde eine Draperie. Die im Uebrigen ungenaue
Abbildung bei Schönwisner Taf. 17 zeigt 1. noch eine nackte Ge-
stalt, welche durch die Tünche, die das ganze Monument überzieht,
nicht mehr erkennbar ist. Auf der obern horizontalen Seite der
Basis von einer statuarischen Gruppe die Reste eines Vorderfusses
und die Wade einer nach r. gewandten Figur, daneben eine Tatze
(vielleicht von einem Felle), hinten am Boden ein Schwanz, vorne
Geräthe: Zange, Hacke und Peduni. Lipp Fig. 10. — Ikarus,
0*57 h., Hochrelief aus Kalkstein, hinten flach, Arme und Flügel-
spitzen gebrochen. Lipp Fig. 7. (Vgl. Pichler das Museum im Joan-
neum 5. 9.) — Relief eines römischen Kriegers, 075 h.,
0'37 1., Kalkstein. In einer oben schnörkelförmig umrahmten Nische
steht en face ein Krieger in Helm und Panzer mit TTiepirfe? und
herabhängenden Lederstreifen. Unter der Rüstung trägt er die ge-
schürzte kurzärmelige Tunica. Er ist beschuht, in der R. scheint
er einen kurzen Stab mit knopfartigem Ende zu halten; vor seiner
nach r. ausgestreckten L. ein Scepter. Im Hintergründe eine Dra-
perie. Schönwisner Taf. 6. — Relief, 0*78 h., 0"32 br., Kalkstein.
Bärtige, männliche, ganz nackte Figur mit gesenkter L. und erhobener
R. Sehr zerstört. — Giebel eines Grabsteines, 0'24 h., 0'73 br.,
Kalkstein. Im Giebel ein liegender Panther mit einem vor ihm
umgestürzten, mit Früchten gefüllten Gefässe, auf das er seine
Tatze setzt. In den Zwickeln zwischen dem Giebel und dem oberen
horizontalen Abschlüsse zwei Delphine. Im Architrav Geräthe ver-
schiedener Art: Schwert, Beinschienen (?) und Amphoren (?). —
Giebel eines Grabsteines, 0*41 h., 0"68 br., Kalkstein. Im

*) Steinbüchel in den Wiener Jahrbb. 1820, Anzeigeblatt 12, deutet ebenfalls
dies Denkmal auf Anubis, Isis und Serapis. Vgl. übrigens Preller Rom. Myth.
2. Aufl. S. 726.
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