Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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Grundstock bilden unteritalische Gefässe, welche auf dem Handels-
wege durch die sogenannten „padroni di barca", die zwischen Triest
und der Ostküste Italiens zu verkehren pflegen, allmählich erworben
worden sind. Etrurische Provenienz ist bei einzelnen Stücken aus
Fundberichten nachweisbar, bei vielen andern auch ohne ausdrück-
liches Zeugniss nicht zu bezweifeln*). Nach bestimmten Angaben
stammt Einiges (schwerlich Vieles, wie Gerhard auserles. Vasenb.
III p. 160 Anm. 2 angibt), darunter die Schale des Ergotimos, aus
Griechenland.

Der Bestand der Sammlung ist wiederholt reproduch't worden.
Der Besitzer selbst stellte dem archäologischen Institut in Rom nahe
an 200 farbige Abbildungen zur Verfügung, welche E. Gerhard in
der Sitzung des Instituts vom 27. Januar 1832 vorlegte (bull. d.
inst. 1832 p. 28). Diese Abbildungen, welche in einer nicht immer
glücklichen Auswahl die Originale sämmtlich in ihrer Form und mit
wenigen Ausnahmen nur von einer Seite, meist aber stark ver-
kleinert und verschönert reproduciren, finden sich noch in Triest
im Besitze der Fontana'schen Erben vor und sind von Werth, weil
sie manches nicht unbedeutende, seither verschwundene Stück ent-
halten. Eine zweite Serie von Abbildungen findet sich im Wiener
Antiken-Cabinet. Es sind Umrisszeichnungen, in Originalgrösse nach
Bausen lithographirt von Anton Buttovaz in Triest. Die Auswahl
ist kleiner, doch nicht glücklicher, da unter den vorhandenen zwölf
Stücken nur zwei von gutem Stile sind. Andere Durchzeichnungen
gelangten noch bei Lebzeiten des Besitzers an Gerhard, der sie
zum Theil in seinen Auserlesenen Vasenbildern publicirte.

Nach dem Tode Fontanas fiel die Sammlung in zwei Hälften
seinen Kindern Carlo Antonio Fontana und Giuseppina Sartorio zu.
Dass ein Theil nach England gegangen sei, ist von E. Gerhard irr-
thümlich behauptet worden **). Der Abgang einiger Stücke erklärt

*) Gerhard bull. d. inst. 1832 p. 206: „vasi pugliesi scelti da numerosi
trasporti dj antiche stoviglie" — „e attualmente le antiquarie dovizie del signor F. si
accrebbero di recente per l'acquisto di un buon numero di scelti vasi volcenti,
su' quali mi propongo dare particolari notizie".

**) Im Jahre 1852 schrieb Gerhard (12. Wmckelm. Progr. Berl. S. 14 Anm. 1):
„Der reiche Handelsherr (Fontana) hatte öfters Gelegenheit, von Bari her unter-
italische Vasen zu erlangen, welche neben seinen berühmten Münzschätzen bald eine
achtbare, jetzt längst zersplitterte Vasensammlung bildeten". Was Gerhard auf diesen
Glauben brachte, dürfte folgender Umstand sein. Das bekannte, in den Mon. ined.
dell' inst. IV 51, dann Arch. Ztg. 1849 XII (auch Overb. Heroengal. 30, 7) abgebildete
und von Gerhard Arch. Ztg. 1. c. S. 121 ff. besprochene Vasenbild mit der Erken-
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