Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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17. Bauchiges dreihenkliges Gefäss. H. 0*38. Gefäss schwarz.
Streng alterthümlich. Nach Gerhard aus Corneto. S.

Am Bauch: AOENAIA im gestickten langen Chiton und in
schlangenumringelter Aegis, auf dem Haupt einen vorn aufgeschla-
genen hochbuschigen Helm, betritt nach r. mit dem 1. Fuss den
mit vier Pferden bespannten Streitwagen Sie hält in der L. einen
langen Stab und mit beiden Händen die Zügel. Die Pferde sind
mit ausgezackten Brustbändern geschmückt; die beiden rückwärtigen
heben, die vorderen senken den Kopf (einmal in der Vorderansicht).
L. zwischen Ross und Wagen, schreitet Apollon (ArOLONO^)
nach r. in langem Chiton und Mantel, lorbeerbekränzt und lang-
gelockt, an der L. die grosse siebensaitige Kithar, in der vorge-
streckten R. zierlich zwischen Daumen und Zeigefinger eine Blume.
Dicht vor den Pferden (so dass die vorderen einen grossen Theil
der Gestalt sammt dem Gesichte verdecken) steht, diesen zuge-
wendet, Hermes (HEPMO'S- rückl.) in Flügelstiefeln, langer feinge-
fältelter Chlamys und aufgekrämptem Spitzhut, den sehr langen
Schlangenstab in der 1. Hand.

Am Hals: Herakles, bärtig und in der Löwenhaut, den Köcher
auf der Schulter, sitzt rittlings, den r. Fuss vorgesetzt, auf dem
Kücken des bärtigen und langlockigen Triton, dessen Leib von der
Brust an in einen schuppigen, am Bauche weissen, oben stacheligen,
unter dem Schenkeldruck des Helden sich mehrmals krümmenden
Fischkörper ausgeht. Der Seedämon wendet das Haupt zurück und
erhebt den 1. Arm, während Herakles, der seine R. mit beiden Hän-
den festhält, ihm von rückwärts mit Hals und 1. Arm die Kehle zu-
sammendrückt, L. steht ein bärtiger Mann in langem Chiton und
Mantel, einen langen Stab in der L. R. eine Frau in langem um-
gegürtetem Chiton und langem Haar; sie hebt die R. und hält in
der L. einen Kranz. Dann ein bärtiger Mann mit kahler Stirn in
langem Chiton und Mantel, einen langen Stab aufstützend. Endlich
eine Frau in langem bordirtem Chiton und Mantel, unter letzterem,
den sie über den Kopf gezogen hat, die Hand erhebend.

Am äusseren Rande der Mündung steht aufgemalt (nicht gravirt,

wie Brunn meint): tyxios- epoie$e. ...vi

Abgeb. Sart. Erwähnt Kapp volc. p. 74, 701. Ungenau beschr. Arch. Anz.
1853 S. 402, 10. Tychios: Brunn griech. Künstl. II 739. Ueber die Vorstellung
auf dem Bauch der Vase s. 0. Jahn Arch. Aufs. S. 96 — 101. Zur Vorstellung am
Halse vgl. Münchner Vasensamml. Anm. zu 134.

18. Amphora. (M. 40.) H. 0 39. Gefäss schwarz. Sehr feine
Zeichnung. F. — A. Athena in reich gemustertem langem Chiton
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