Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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steht nach r. mit stark eingeknickten Beinen, beinahe hockend, auf
den Zehen, ein nackter bartloser Jüngling, bekränzt, eine Doppel-
flöte blasend, am r. Arm das Futteral, an der Schulter einen zweiten
Kranz: NEKAVl/O . L. hüpft auf dem 1. Bein nach r. ein
Dritter, dem Ersten ähnlich, in der R. ein Ideines, oben verziertes
Trinkhorn, die L. vorgestreckt: XAPIAEMO*>. Hinter ihm, von
seinem Beine einmal unterbrochen: EPTOTIMO^.: ETO//IES EN.
■— J. HEPAKVE5- kniet nach r., den 1. Fuss vorgesetzt, ganz
nackt, bärtig, und erstickt den Löwen, dessen Haupt er an seine
Brust gedrückt hat. Die Gliedmassen des Thieres sind in convul-
sivischer Bewegung.

Abgeb. (B) Font. Eclirt von Gerhard Auserl. Vasenb. 238. Beschr. Bull,
dell' inst. 1830 p. 134. Arneth a. a. O. S. 287, 1 und Brunn Gesch. d. griech.
Künstler II 680 f., den die Vergleichung des bei Gerhard dem Original nicht ganz
entsprechenden Stils mit dem der Francoisvase zu der Frage drängt, ob „die Schale
etwa ein nachgeahmtes Werk, an dem man mit den Figuren auch die Inschrift
copirte?" sei). Vgl. Arch. Ztg. 1846 S. 238 und Jahn Münchner Vasens. S. CLVI f.
Anm. 1095.

22. Amphora. (M. 40). H. 0*21. Gefäss schwarz. Sehr roh
und nachlässig. S. — A. In der Mitte windet sich die Hydra mit
breitem schup23igem Leib und acht schlanken Hälsen, von welchen
mehrere schon, der umherliegenden Köpfe beraubt, zur Erde ge-
sunken sind. L. Herakles im kurzen Chiton und darüber gegür-
teten Löwenfell, mit der L. einen der Schlangenhälse packend und
in der R. das sägeförmig gezahnte Schwert zückend, während ein
anderer Kopf ihm hochaufgerichtet ins Gesicht fährt. R. Iolaos in
gleicher Tracht und Kampfschema, unbärtig, mit einer undeutlichen
Waffe in der L. (Fackel oder Keule). — B. Herakles, bärtig, in
kurzem Chiton, mit Panzer und Beinschienen, die LöAvenhaut auf
dem ausgestreckten 1. Arm, hält in der R., zum Stoss ausholend,
eine Lanze. Ihm entgegen dringt Athena, weitausschreitend, be-
helmt , in engem langem Chiton, von Schlangen umringelter Aegis
(rothgemalt, das Kleid dagegen geschuppt), mit einem durch vier
weisse Kugeln gezierten Schild, die Lanze gegen Herakles schwin-
gend. Unter ihrem Schild eilt hastig auf sie zu (den Kopf durch
den Schildrand verdeckt) eine kleine weibliche Gestalt, nackt und
weiss, nur über beiden Armen mit einem shawlartig umgeworfenen
Gewandstück*). Hinter Athena eine kleine Figur, ruhig, in ihren
Mantel gewickelt. — Abgeb. Sart.

*) Diese Figur ' ist Berlin 1643 (Overb. Bildw. 26, 16), inschriftl. als Kas-
sandra bezeichnet und sechszehn schwfig. Vbb. (Heydem. Iliup. S. 29 Anm. 4.
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