Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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hebend, vor ihm ins Knie sinkt. — ß. Auf jeder Seite des Henkels
eine Sphinx mit orientalisch stilisirten Flügeln und langen Locken
(die menschlichen Theile weiss), mit einem Vorderfuss den Henkel
berührend.

26. Einhenklige Kanne. (M. 60). H. 0185. Flüchtig, aber
lebendig mit energischen Linien. S. — Herakles in kurzem Chiton
und darüber gegürtetem Löwenfell, an der Seite das Schwert, fasst,
während er zum Keulenhieb nach rückwärts ausholt, mit der L.
den Helm einer Amazone, die auf der Flucht vor ihm ins Knie ge-
sunken ist und zurückgewendet mit der Lanze nach ihm stösst.
Sie trägt einen kurzen Chiton, anscheinend einen Brustpanzer und
einen runden Schild (Episema: ein gekrümmtes menschliches Bein).

— Abgeb. Sart.

[27.] Amphora (M. 40). Gefäss gelb. Sehr feine Zeichnung.

— In der Mitte nach r. der zweiköpfige Kerberos, mit weissem
Bauch und abwechselnd weiss und roth gemalten Locken der Mähne.
Umblickend führt ihn an einem Stricke Herakles in Chiton und
Löwenfell, die Keule in der L. Hinter Kerberos Athena nach r.,
in Chiton, Aegis, Helm und Lanze, lebhaft gesticulirend, umblickend
nach Hermes (bärtig, Chlamys über die Schultern, Kerykeion), der
sie mit der L. an der Schulter berührt. — Abgeb. Font.

28. Amphora. (M. 40.) H. 0-395. Gefäss gelb. Altertüm-
lich, Ornamente orientalisirend. F. — A. Auf einem in der Luft
schwebenden, aus Rad und (weissem) Sessel bestehenden Wagen
sitzt nach r., den bereiften Kopf nach 1. gewandt, der bärtige Trip-
tolemos in kurzem, reich verziertem Chiton, mit der R. auf den
Sessel aufgestützt, in der L. drei Kornähren und einen Stab. Bei-
derseits ihm zugewendet je ein reich bekleidetes Paar von bärtigem
Mann und Weib (letzteres vom Manne fast ganz verdeckt). Die
Frauen senken das Haupt und erheben die r. Hand zum Gesicht.
Das Paar zur R. ist durch eine Haarbinde der Frau, durch reiches
Stirnhaar und einen Stab in der R. des Mannes ausgezeichnet. —
B. Ein Krieger in voller Rüstung (Schildzeichen: ein weisser Hase
im Lauf) steht nach 1. vor einem mit Chiton und reichverziertem
Himation bekleideten bärtigen Manne, der in der L. einen Stab
hält und mit der R. ihm zuredet.

29. Amphora (N. 50). H. 0"335. Die Nebenfarben durch spätere Ueber-
malung erneuert. Gefäss gelb. Roh und flüchtig. F. — Am Bauch: Peleus, nackt,
bärtig, ringt Stirn an Stirn mit einer grösseren Frau (Atalante), die einen kurzen
Chiton trägt. Auf jeder Seite ein Zuschauer (einmal bärtig) mit Kopfbinde und
langem weissem Chiton, bis an die Fingerspitzen in den Mantel gewickelt. — Am
Hals: Eine weibliche Flügelgestalt in langem Chiton eilt umblickend nach r. Bei-
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