Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 28
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1878/0034
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
derseits vier männliche Gestalten in weissem langem Chiton und Mantel. — Abgeb.
Font. Erwähnt: Arch. Anz. 1853 S. 401, 2. Ueber die Vorstellung am Bauche s.
M. 125 (Gerh. Auserl. Vbb. 237), 584 (1. c. 177), 886.

30. Einhenkliger Krug ohne Fuss (P. 103). H. 018. Gefäss schwarz.
Sehr alterthümlich und ungraziös. S. — Hermes mit Chlamys Flügelschuhen
kleinem Petasos und Kopfbinde, bärtig, langgelockt, den Heroldstab in der E.,
schreitet nach r. und erhebt die L. gegen einen bärtigen langgelockten und mit
einer Haarbinde geschmückten Mann (Paris?), der einen langen Chiton und Mantel
trägt. Hermes sieht sich um nach einer weiblichen Gestalt (in langem Chiton und
Mantel, mit langen Haaren und Kopfbinde) hinter ihm. — Abgeb. Sart.

31. Amphora (M. 41). Zerbrochen, doch gut restaurirt, so
dass kein Theil zweifelhaft erscheint. H. 0-38. Gefäss gelb. Grob
und nachlässig eingekratzte Linien. F. — A. Auf zwei Stufen (die
obere weiss) ein langgestreckter, r. in eine Volute auslaufender
Altar, dessen oberer Rand weiss ist. Auf demselben ist Priamos
nach 1. ins 1. Knie gesunken, auf der Ferse dieses Fusses sitzend,
mit vorgesetztem r. Beine. Er trägt im weissen Haar eine rothe Binde
und einen mit rothen Punkten gestickten Mantel. Seine L. ist vor-
gestreckt, die R. erhoben. Ein langer Stab liegt über der 1. Schulter.
Vor ihm steht ausschreitend Neoptolemos in kurzem gesticktem
Chiton, Panzer und gestickter Chlamys, Helm, Beinschienen und
Schwert. Gegen Priamos streckt er die L. aus und schwingt am
r. Knie den kleinen nackten Astyanax über der Schulter. R auf
der Volute des Altars ein zweiter nackter Knabe mit einer rothen
Binde im Haar, entfliehend, den Kopf mit lebhaftem Gestus des r.
Arms zurückgewendet (Askanios?). — B. Drei klagende Troerinnen
in lebhafter Bewegung, bekleidet mit langem verziertem Chiton und
Mantel. Die mittlere schreitet auf den Zehen nach r., legt die R.
auf den Kopf und die L. in den Nacken, wirres Haar hängt über
die Stirne. Die Zweite r. nach r., den Oberkörper nach 1. gewendet,
streckt die R. aufwärts vor und legt die L. über den mit einem
Haarband gezierten Kopf. Die Dritte 1. schreitet umblickend auf
den Zehen nach r., die R. an die Stirn gelegt, die L. emporge-
streckt; langes wirres Haar fällt ihr über Brust und Schultern.

Erwähnt: Arch. Anz. 1853 S. 401, 1. Abgeb. Gerh. Auserl. Vbb. 214 und
(A allein) Overb. Bildw. XXV 23. Vgl. Gerh. a. O. III S. 127, Overb. a. O. S. 622.

32. Amphora (M. 40). H. 0-435. Gefäss schwarz. Sehr
plump und roh, die schwarze Farbe ist fast ganz verschwunden,
so dass nur die schlecht eingekratzten Linien sichtbar sind. F. —
A. Ueber einem aus abwechselnd weissen und schwarzen Platten
aufgeführten Altar liegt Priamos auf dem Rücken, dergestalt, dass
1. die Beine, r. die Arme und das bärtige Haupt kraftlos herunter-
loading ...