Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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und ein nacli r. schreitender, mit Kopf und den bewegten Armen nach 1. gewandter
Jüngling, der ein Band im Haar und am Hals einen Kranz trägt. (R. von ihm, unter
dem Henkel nach 1., ein Vogel, etwa ein Schwan). — B. In der Mitte flieht umblickend
ein langgelockter Jüngling nach r. vor einem ihn verfolgenden bärtigen Manne. Beide
sind nackt bis auf eine ganz kleine Chlamys, die am Oberarm niederfällt und haben
eine Binde im Haar. L. folgen mit eiligem Schritt zwei langbekleidete Männer,
einen langen Stab in der R., die L. flach vorstreckend, der Vordere bärtig. R. von
der Mittelgruppe, dem Flüchtigen entgegen, eilt ein bärtiger Mann in langem ge-
sticktem Chiton und bordirtem Mantel, in der L. einen langen Stab, die R. er-
staunt erhebend. Hinter ihm r. ein zweiter Flüchtling nach r., nur in Details von
dem Erstem verschieden. — Am Hals: A. Auf einem Klappstuhle sitzt nach r.
ein Mann mit Bart, Kopfbinde und langen Haaren, in langem Chiton und Mantel,
in der R. einen langen Stab, die L. vorgestreckt. Vor ihm schreitet nach r., nach
1. zurückgewendet ein langgelockter bärtiger Mann in Heroldstracht: kurzem Chiton,
Chlamys über Rücken und Schultern, Petasos, Flügelschuhen und Schlangenstab,
die beiden Hände an den Leib gedrückt. , Zu beiden Seiten dieser Gruppe steht,
derselben zugewendet, je ein bärtiger langhaariger Mann in langem Chiton und
Mantel, in der einen Hand einen langen Stab aufstützend, die Andre vorgestreckt.
— B. Dieselbe Vorstellung, nur dass der Wegschreitende die Arme ausbreitet und
ohne Attribut ist. — Bei diesem Gefäss befindet sich ein passender, wahrscheinlich
zugehöriger Deckel von sehr feiner Form (Knauf in Gestalt einer Eichel) und Be-
malung. D. 0-145.

35. Amphora (M. 40). H. 0-33. Gefäss schwarz. Die Kehrseite nicht er-
halten. S. — In der Mitte schreitet ein bärtiger Krieger in kurzem Chiton, mit
Wehrgehenk und phrygischer Mütze, die Chlamys über dem 1. Arm, nach r., indem
er die R. ballt, die L. mit ausgestrecktem Zeigefinger erhebt und den Oberkörper
zurückwendet nach einer Frau, die in langem Chiton und gesticktem Mantel, den
sie übers Hinterhaupt gezogen hat und mit der L. vor dem Gesichte festhält (wie
Penelope Od. Z 210), züchtig hinter ihm steht. Weiter 1. ein bärtiger Greis, in
einen gestickten Mantel gehüllt. R. ein Jüngling in gleicher Tracht und Haltung,
eine breite Binde im Haar, die R. etwas unter dem Mantel hebend, einer zweiten
Frau gegenüber, die in gleicher Tracht und Haltung wie die erste vor ihm steht.

36. Einhenkliger Krug (M. 57). H. 0-23. Gefäss schwarz. Sehr sorgfältig
ausgeführt. F. — Ein aufgezäumtes Pferd nach r., welches ein bärtiger vollgerüs-
teter Krieger hinter ihm, zum Theil verdeckt, am Zügel führt. Im Feld umher sinn-
lose Inschriften. — Abgeb. Font.

37. Amphora (M. 40). H. 0-4. Gefäss gelb. F. — A. Ein bärtiger Reiter
in kurzem Chiton und phrygischer Mütze sprengt mit zwei eingelegten Lanzen nach
r. einem unbärtigen Reiter in gleichem Gewand, doch ohne Kopfbedeckung, mit
zwei Lanzen in der R., entgegen. Zwischen Beiden in hockender Stellung, nach 1.,
ein bärtiger vollgerüsteter Krieger mit ovalem, halbkreisförmig ausgeschnittenem
Schild (Episema: Dreifuss), die Lanze einlegend. — B. Kampf zweier schwerbe-
waffneter Krieger (Schildzeichen des einen: zwei gegeneinander losstürzende Raub-
vögel) über einem dritten am Boden liegenden.

38. Einhenkliger Becher (M. 18). H. 0 08. Flüchtig und lebendig. F. —
Drei Gruppen kämpfender Krieger rings um das Gefäss. L. ein ins Knie gesun-
kener Kämpfer in voller Rüstung (Schildz.: Kantharos) vom Gegner mit gesenkter
Lanze angegriffen. In der Mitte eine ähnliche Gruppe; der Fallende stützt sich
mit abgewandtem Gesicht auf den Schild (Episema: Stierkopf) und fasst mit der
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