Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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scheint, indem sie das Gewand an der Schulter in die Höhe zieht. Auch bei ihr
ein undeutlicher Gegenstand (Korb) am Boden.

45. Einhenklige Kanne (M. 60). H. 0-17. Flüchtig' aber ausdrucksvoll.
S. — Unter einem mit Binden geschmückten flachen Dache, von dem ein Kranz
herunterhängt, ein grosses Becken auf einem hohen Fusse. Von demselben entfernt
sich, mit lebhafter Bewegung beider Hände zurückblickend, ein Mädchen in langem
Chiton, mit einer Binde geschmückt. Vor ihm eine unförmliche schwarze Masse
am Boden.

46. Schlanker Lekythos (M. 70). H. 0 4. Grobe Zeichnung. Gefäss gelb.
F. — Zwischen zwei dorischen Säulen, die das am Hals angebrachte Ornament wie
ein Gebälk tragen, schreiten nach r. drei Frauen im Chiton und langen, mit einer
Binde geschmückten Haar, die halb erhobenen Hände gleichmässig vorgestreckt,
derart nebeneinander, dass nur die Vorderste ganz sichtbar ist. — Abgeb. Font.

[47.] Einhenkliger Krug (M. 61). Gefäss schwarz. — Ein nackter Jüng-
ling, der wie es scheint im Taumel der Trunkenheit das Gleichgewicht verloren
und sich wieder aufzurichten sucht, indem er die ]. Hand und das r. Bein auf-
stemmt. Im Feld umher drei Epheublätter oder undeutliche Buchstaben. — Ab-
geb. Font.

48. Desgleichen (M. 60). H. 0*1. S. — Ein Mädchen im Chiton und
Mantel eilt umsehend nach r. und hält in der L. einen Zweig. Zweige auch im
Feld. — Abgeb. Font.

49. Einhenkliger Becher (M. 18). H. 0-07. D. 0-095. Ungemein leicht
im Thon. Fauber ausgeführte Zeichnung. F. — A. Zwischen zwei grossen schwarzen
Augen ein Panther nach r. — B. Neben dem Henkel zu beiden Seiten je ein Perl-
huhn.

50. Zweihenklige Schale (M. G). H. 0-09. F. — In einem das schwarze
Gefäss umziehenden gelben Bande auf jeder Seite ein Schwan zwischen Palmetten.
— Abgeb. Font.

51. Zweihenklige Schale. H. 0*11. Sehr flüchtig. F. — A. Auf einem mit
vier Pferden bespannten Wagen steht eine Figur im Ober- und langen Untergewand
und hält die Zügel; daneben geht eine zweite Gestalt mit einer grossen Leier. —
B. Dieselbe Vorstellung.

52. Zweihenkliger Becher (N. 46). H. 0-18. Gefäss lichtg. Geschickte
und doch rohe Zeichnung (aus etruskischer Provinzialfabrik). F. — Zwei Ken-
tauren (mit menschlichen Beinen) springen auf einander zu. Der eine schwingt mit
beiden Händen einen Baumast hinter seinem Rücken, der Andere wehrt sich ebenso
mit der L. und streckt die E. geballt vor. Hinter dem Zweiten, durch ein
grosses Epheublatt getrennt, eilt ein dritter, gleichgebildeter Kentaur herbei und
schwingt dieselbe Waffe mit der L., indem er die R. vorstreckt. Alle drei haben
Spitzohren und langes, hinten fliegendes Haar. — Abgeb. Font.

53. Amphora (N. 50). H. 0 42. Rohe - etruskische Provinzialarbeit. S. —
Am Bauch: Nach jeder Seite entweicht in ganz gleichmässiger Bewegung ein voll-
gerüsteter Krieger, am Arme den mit aufsteigenden Flügeln gezierten Schild, indem
er sich umsieht und zum Stoss nach rückwärts die mit einer Querstange (Amentum?)
am Schaft versehene Lanze schwingt. Auf Jeden zufliegend ein Raubvogel, ein
solcher auch zwischen den Beinen des nach r. Entfliehenden. — Am Halse: Zwei
Sphingen, Rücken an Rücken. —■ Abgeb. Sart. Erwähnt: Arch. Anz. S. 402, 13.

54. Einhenkliger Krug (M. 62). H. 0-27. Aeusserst plump und roh. Etrus-
kische Provinzialfabrik. F. — Vorn, sowie rückwärts unter dem Henkel zwischen
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