Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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goldung lassen sich noch Spuren erkennen. Die rechte Hand ist
durchbohrt, um ein Attribut, doch wohl den Heroldstab oder den
Beutel, aufzunehmen. Dagegen tritt die sonst an römischen Mercur-
bildern so häufig accessorisch vorkommende Schildkröte (vergl.
Wieseler Denkm. a. Kunst II 29 p. 189, v. Sacken Bronzen des
Münz- und Antikencabinets Taf. 20) nicht rein attributiv auf. Die
Art, wie Mercur sie hier mit etwas gesenktem Blick auf der linken
Hand vor der Brust hält und wie sie ihren Kopf ihm zuwendet,
macht einen genreartigen Eindruck, ähnlich wie beim Sauroktonos.
Auf diesem Eindrucke beruht grösstenteils die Gefälligkeit des
Ganzen.

Graz W. GURLITT

Fundberichte aus Oesterreich-Ungarn

Archäologisch - epigraphischer Bericht aus Ungarn

1877

Zur Berichterstattung' über die jüngsten Ergebnisse der archäologischen uud
epigraphischen Forschungen in Ungarn aufgefordert, halte ich es für geboten, gleich
Eingangs zu erwähnen, dass es mir aus mehrfachen Gründen unmöglich war, das
einschlägige Material vollständig zusammenzutragen und dass demnach in einem
folgenden Berichte mannigfache Lücken, deren Ergänzung bis zur Stunde nicht,
thunlich war, auszufüllen sein werden. Eine andere Vorbemerkung betrifft den
Umfang und die Eintheilung des hier zur Darstellung kommenden Materials. Dieses
wird uns geboten durch die Funde, die Sammlungen und die Fachliteratur.

Vor Allem soll 1. die Fundchronik, soweit die Zeit der römischen Herrschaft,
in Ungarn in Betracht kommt, eine Ergänzung der bekannten Fundchronik Dr.
Kenners sein.

2. Dieser folgt eine Aufzählung der öffentlichen und privaten Sammlungen,
in welchen antike Denkmäler aufbewahrt werden. Eine wenn auch kurze Ueber-
sicht des hier Vorhandenen dürfte nichtungarischen Fachmännern schon desshalb
erwünscht sein, weil viele Sammlungen ausserhalb Ungarns nicht einmal dem Namen
nach bekannt sind.

3. Aus derselben Ursache soll schliesslich die einschlägige ungarische Fach-
literatur Berücksichtigung finden.

Der Theil Ungarns jenseits des Kiralyhägo (Siebenbürgen) bleibt ausge-
schlossen, da die Kenntniss des dacischen Fundgebietes von siebenbürgischen For-
schern ohnehin auch in deutscher Sprache mit gutem Erfolge vermittelt wird.

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