Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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Ziegel mit unbekannten Inschriften sind in diesen letzten Jahren aus Aquin-
eum nicht gefunden. Einige die zum Theile der Form nach von den bisherigen ab-
weichen, mögen hier ihre Stelle finden.

a) VALENTINA (retrograd) 1875,"Nat.-Mus.:

b) Zwei Ziegel, deren einer TERENTIVS V-P-DVX imd ein anderer denselben
Stempel retrograd zeigt. Nat.-Mus. 1875; VP = vir perfectissimus.

c) Ebenso ist ein von daher stammender Ziegelstempel der Cohors septima
Breucorum bekannt. Nat.-Mus. 1877 :

COH vii BR

Von Anticaglien, die aus Altofen kommen, sind nur wenige der Erwähnung

werth.

Das Nationalmuseum erhielt von dorther (i. J. 1876) eine 0-ll hohe Bronze-
statuette, mittelmässige römische Arbeit, einen Eroten darstellend; geflügelt mit
Helm am Haupte, in der R. hatte er ein Schwert gehalten (abgebrochen), in
der L. möglicher Weise einen Schild. — Ein römischer Stirnziegel aus Altofen
(Nat.-Mus. 1877) stellt eine tragische Maske vor, an der die Farben noch ziemlich
gut erhalten sind. Die stark zusammengezogenen Augenbrauen sowie der Schnurr-
bart sind schwarz, ebenso das angedeutete emporstehende Haar, die Augen blau.

Aus dem Theile Niederpannoniens, der sich oberhalb Aquincum nördlich bis
gegen Gran erstreckt, haben einige zunächst der Donau gelegene römische Nieder-
lassungen neujerdings Ausbeute geliefert.

Szent Endre (vermuthlich Ulcisia Castro). 1875 wurden von hier fünf
Ziegel mit Stempel bekannt, die in der sogenannten Hunkaburg gefunden worden
sind. Romer A. Kk. XI S. 39, n. XXXI N. 7. Zwei davon sind wahrscheinlich
Legionsstempel der Leg. II adi., in deren Bereich das Castrum von Szent Endre
fällt. Auf dem einen Fragmente: ai; auf dem andern: legi. — Zwei andere,
gleichfalls nur fragmentarisch erhaltene Stempel zeigen die Endbuchstaben des aus
mehreren Limesbefestigungen bekannten Frigeridus vir perfectissimus dux. Auf dem
einen: vivpdv"*; auf dem andern: ivIDVSVl. Der fünfte: 3lVONO ist bis jetzt
nicht bezeugt.
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