Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 77
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1878/0085
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
77

S ATVRNINS

Römer macht aufmerksam, dass derselbe Name als Gefässstempel vorkommt: Acta
Nova Mus. Nat. I S. 141 n. 246.

Fadd, oberhalb Tolna, an dem äussersten Punkte der Donaubiegung, welche
das sogenannte „Varszeg" bildet. Der Meilenzeiger, welcher am 11. Februar 1877
in südwestlicher Richtung von der Ortschaft an der Römerstrasse zu Tage trat, ge-
hört wohl zu den werthvollsten pannonischen Funden des vergangenen Jahres.
Fadd liegt ziemlich entfernt östlich von der heutigen Donaustrasse und so scheint
es, dass der moderne Strassenzug an dieser Stelle nicht genau der Richtung der
alten Römerstrasse folgt. Höhe der Säule P65, Durchmesser 0*45. Die Inschrift
wurde vom katholischen Pfarrer in Fadd, Herrn Gabr. Hanny, an Dr. Romer

IMP - CAE S
C • IVL • VERVS MAX
MIN VS-P-F-AVG
TRIB -POTPP -COS
DE SIG - AB A Q_
M ■ P ■ L - □ V I

eingesendet, welcher' dieselbe publizirte A. Kk. XI S. 32 n. X. In Z. 6 befindet sich
in dem Quadrat eine nach rechts laufende dreimal durchstrichene Hasta. — Unter
den 32 Meilenzeigern, die bereits von dieser Linie bekannt sind, kommt nach oben
derjenige von Högyesz mit 73 Meilen, nach unten der Meilenstein aus der Gegend
zwischen Tolna und Szegszard mit 97 Meilen, diesem am nächsten.

Värdomb, unterhalb Szegszard. a) Romer (A. Kk. XI S. 37 n. XX) be-
merkt zu C. HI 3302, dass es ein Fragment sei; es kommt dazu die Andeutung
zweier Buchstaben, Reste von V L oberhalb VENIMANTI. — b) Ebendaselbst fand
Romer im Jahre 1866 einen Ziegel mit Stempel (Romer A. Kk. XI S. 40 n. XXIX):
AMADANSTRIB (retrograd). Er liest: Amadans (?) tribunus und bemerkt zu einem
ähnlichen Stempel bei Mommsen (C. III 3768), dass auf demselben nicht H, sondern
A als erster Buchstaben zu lesen sei.

Batina, gegenüber von Bezdan an der Donau. Im Jahre 1876 stiess man
auf dem Grunde der Familie Csäki auf ein römisches Grab, dessen Inhalt von der
benannten Familie dem National-Museum zum Geschenk gemacht wurde. Ausser
einigen Knochenresten waren darin: eine Glasschüssel, Durchmesser 0'21; ein
Glasgefäss, dessen Form den „Csutora" genannten Feldflaschen sehr nahe kommt,
Höhe 0-26; eine goldene Halskette, fein gearbeitet aus Golddraht, mit 2 grös-
seren und 14 kleineren Smaragden geziert, stellenweise wechseln dieselben mit
Perlen ab, wovon aber nur drei erhalten sind; ferner zwei goldene Ohrgehänge,
das eine mit Amethysten, ein Ring aus Golddraht, Fragment eines unbestimmten
Gegenstandes aus Silber, endlich eine Münze des Gallienus, wodurch beiläufig die
Zeit bestimmt wird. Vgl. eine Notiz darüber im A. E. X. 1876 S. 198.

Essek (Mursa). Herrn Stud. jur. J. von Boynychich verdanke ich eine über-
sichtliche Zusammenstellung von Objekten, welche meist im Jahre 1877 auf dem
Gebiete dieser niederpannonischen Colonie vorkamen.

Darunter sind vor Allem Ziegel mit Stempel zu erwähnen:
loading ...