Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 123
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tiger kahlköpfiger Satyr mit langem Rossschweif, grossen Spitzohren
und kleeblattförmig gepletschter Nase ganz nach vorne gewendet mit
hochgezogenem r. Bein grotteske Tanzbewegungen und bläst mit
vollen Backen und gerunzelter Stirn die Doppelflöte. L. hüpft ein
zweiter ganz gleicher Satyr nach r. (das Gesicht nach vorn) und
spielt mit der L. auf einer grossen Kithara (mit Laise'ion), in der
R. das mit Bändern geschmückte Plektron. — B. In der Mitte eilt
eine Mänade mit aufgelöstem Haar (Kopfbinde) nach r., den r. Arm
ganz in den Ueberschlag des langen Chiton eingewickelt (der am
Halse mit drei räthselhaften Streifen abschliesst*), über dem 1. die ge-
fleckte Nebris, beide erhebend gegen zwei Satyrn von der beschrie-
benen Bildung, die r. und 1. grotteske Bewegungen machen. Der
Eine r. steht mit geschlossenen Beinen und ausgestreckten Armen
etwas vorgeneigt, der Andere 1. hüpft nach vorn, das Gesicht nach r.
Schlecht abgeb. (A) Font., gut (A und B) Buttovaz. Erwähnt Arch.
Anz. 1853 S. 401, 4.

63. Dieselbe Form. H. 0-46. Streng. S. — A. Symposion. R.
ruht nach 1. auf einer Kline (Beine mit Voluten, Matraze mit Quer-,
Kopfkissen mit Längs streifen) ein bärtiger Mann mit Epheukranz
und Kopfbinde, die Beine im Mantel, mit dem 1. Ellbogen aufge-
stemmt, das r. Knie heraufgezogen, mit der L. eine hohe Kylix zum
Munde führend, die R. (im Singen?) ausgestreckt. Daneben Tisch
(mit Zweig) und Schemel (mit klauenförmigen Füssen). L. eine zweite
ebensolche Kline, unten vom Bildrand abgeschnitten. Darauf nach
1. ein zweiter Zecher in gleicher Tracht und Lage, der umblickend
mit der R. die Kylix zum Munde führt. Oben ein mit gestreiftem
Tuch bedeckter runder Speisekorb (aTrupi?**), unten ein Tisch und
ein viereckiges Kästchen. Zwischen den Männern schreitet ein Mäd-
chen mit Chiton Mantel Kopftuch und Binde nach r., die Doppel-
flöte blasend. — B. Drei bekränzte Mantelfiguren, ein Bärtiger
zwischen Knaben. —- Abgeb. (A.) Buttovaz. Erwähnt Arch. Anz.
1853 S. 402, 18.

64. Dieselbe Form. H. 0 43. Hoher Stil. F. — A. Bakchische
Scene. Auf einer Kline (Beine mit Voluten, Matraze und Kopfpolster
gestreift) ruht Dionysos nach 1., bärtig, langgelockt, mit einer Tänie

*) Wie bei der ganz ähnlichen, nur nach 1. gewendeten Fig. Panofka Mus.
Blac. pl. XIII (Müller-Wieseler II Taf. 49, 616) 1. neben dem das Böckchen zer-
reissenden Dionysos.

**) Vgl. d. ähnl. Vb. Mus. Greg. II 81, la. u. dazu Panofka Griechinnen und
Griechen S. 21.

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