Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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aufgestützten L. einen Lorbeerzweig, auf der R. ein grosses Kästchen,
zwischen den Fingern eine Tänie. L. entfernt sich umblickend ein
junger Satyr, in der L. einen Eimer, auf der R. eine Schale (darunter
eine Binde) woraus ein von 1. herzueilendes Mädchen im hochgegür-
teten Chiton, auf der R. ein Kästchen (darunter eine Binde) mit
einem kleinen "Kantharos zu schöpfen sucht. — Am Halse vorn:
zwei Greifen, dazwischen eine Blume. — Abgeb. Font. Mit A. vgl.
das sehr ähnliche Bild: Neapel 2910 (Gerhard Trinksch. und Gef.
K = Overb. Bildw. 17, 5).

97. Amphora mit Stangenhenkeln. (N. 102.) H. 0-52. Gewandt,
nachlässig. F. — A. Amazonenkamp f. Eine Amazone in asiatischem
Costüm (enges reichgemustertes, die Arme und Beine bedeckendes
Unterkleid, Chiton mit Gürtel und Kreuzbändern, Schuhe, Tiara
mit flatternden Bändern), deren Pferd 1. von ihr neben einem Oel-
baum galoppirt, in der L. die Streitaxt, am Arme die Pelta, fasst
mit der R. den Griff ihres Schwertes. R. liegt nach 1. ein nackter
Krieger, den Speer in der R., den Helm mit Federn und Flügeln
geschmückt, mit dem l. Beine eingeknickt, auf seinen Schild (Z. Stern)
gestützt, das Gesicht zur Erde gekehrt. Ihn vertheidigt r. von
ihm mit hochgestelltem 1. Fuss, vorgestrecktem Schild und Speer
ein bartloser Gefährte, in einem Lendenschurz und einem oben wie
eine Tiara gestalteten Helm. — B. Drei Manteljünglinge, zwei davon
mit Stäben. —- Am Rande der Mündung: A. laufende Hunde, B. ein
Wellenband. — Abgeb. Font.

98. Desgleichen. PL 06. Frisch und lebendig. F. — A.
Eberjagd. In der Mitte springt ein borstiger Eber nach 1.,
von seiner Schulter ragt ein Lanzenschaft empor und mehrere
Blutströme brechen aus der Wunde. Drei unbärtige langgelockte
Jünglinge in unteritalischer Männertracht sind bemüht, denselben
mit geschwungenen Lanzen zu erlegen: der eine 1. zurückweichend,
über ihn der zweite nach r. auf einen Abhang kniend, der in
der Mitte des Bildes einen Oelbaum trägt, der dritte r. verfolgend,
eine zweite Lanze in der L. Sie tragen ein sehr kurzes, auf Brust
und Rücken mit Hackenkreuzen Sternen oder Zickzacklinien, seit-
wärts mit Längsstreifen geziertes kurzärmliges gegürtetes Wamms,
zwei ausserdem eine flatternde Chlamys. — B. Vier Manteljüng-
linge, einer davon nach vorn gewendet, eine Schale haltend, im
Feld zwei Schalen und ein Discus. — Abgeb. Font. Erwähnt Arch.
Anz. 1853 S. 402, 15, 16 und Denkschr. d. Wiener Akad. I. S. 2«7.
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