Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 147
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terisirt sind. Die Bänder desselben fallen auf die Schulter. Auf
der r. Schulter gespangt, geht eine schuppige Aigis als schmaler
Streif quer über die Brust und den Rücken zur 1. Schulter, (un-
mittelbar unter dieser Schulter ist das Grorgoneion angebracht) ist
dort einmal um den 1. Oberarm geschlungen und fällt von diesem
in einem langen Streifen bis zur Hüfte herab.

Die Arbeit dieser Statuette unterscheidet sie nicht von den zahl-
reichen nackten Bronzefiguren des Zeus, sie zeigt die leise manierirte
Bewegung der ähnlichen Darstellungen. Um so auffallender ist ihre
Bekleidung: im Schema derselben und in der ganzen Haltung ist
dieser Zeus am ähnlichsten dem Jupiter Conservator genannten Typus
auf Münzen Licinius' d. Aelt. (J. Overbeck griech. Kunstmythologie.
Besonderer Theil. I, 1 S. 166. Münztafel II, 40). Doch durch die zwei-
fellose Aigis wird er in die kleine Classe von Zeusbildern verwiesen,
welche Overbeck a. a. 0. S. 246 f. bespricht. (Dazu Fr. Lenormant
gazette archeologique 1877 S. 98 f.) Zu den unsicheren Werken
dieser Classe, welche schon Overbeck (S. 246. 247.) ausgeschieden
hat, muss nach einer mir vorliegenden Photographie auch die Ma-
drider Statue gerechnet werden: (Hübner die antiken Bildwerke in
Madrid n. 5. = museo national del Prado n. 79) denn das Fell,
welches um die Schultern des Gottes liegt, ist durch nichts als Aigis
bezeichnet. So bleiben nur: 1. die Leidener Statue (Overbeck 2);

2. der Typus der Münzen von Alexandrien: Zeug Neueioc (0. 3.) ;

3. der Typus baktrischer Münzen (0. 4); 4. der von Fr. Lenormant
a. a. O. beschriebene Cameo der Sammlung Sivry aus Ephesos: Z.,
stehend, mit Patera in der R., das Scepter in der L., bärtig, im Haar
weder Binde noch Kranz, bekleidet mit der Aigis gleich unserer Statue,
nur dass das Ende derselben um den 1. Unterarm gewickelt ist. R.
am Boden der Adler; 5. die Statuette der Sammlung Trau, durch
die Zackenkrone, durch das Blitzattribut und die etwas verschiedene
Anordnung der Aigis eine gesonderte Stellung einnehmend. — Als
Cultname für diese Form des Zeus bietet sich nur die Umschrift:
Zeug Neueiog auf den alexandrinischen Münzen. Das homerische
Epitheton kann, wie Overbeck richtig bemerkt, hier nicht in Frage
kommen, da es eben kein Cultname ist. Uebrigens ist es überhaupt
unpassend; denn Göbel Lexilogus zu Homer und den Homeriden
I, S. 17 hat vollkommen Recht, wenn er sagt, dass aus cuYig und
e'xui wohl aiYiöoüxog oder ein ähnliches Wort, nie aber aiyioxog ent-
stehen könne.
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