Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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A. (nach 1.) — r. Standbein, das 1. zurückgesetzt — hält mit
der R. einen Strahn des Haares, die L. liegt vor dem Schoosse.
Im Haare eine einfache Stephane.

Vgl. L. Stephani, Compte rendu pour les annees 1870. 1871 S. 12.

21. Aphrodite.

H. 0-10. — Aus O-Szönyi.

A., nackt, steht auf dem r. mit der Sandale bekleideten Fuss,
der 1. Fuss ist gehoben und die r. Hand beschäftigt sich mit der
Sandale an demselben: da beide Sandalen durch einen über den
Spann gehenden Riemen befestigt sind, so kann nur die Lösung
der Sandale gemeint sein. Der 1. Arm ist abgebogen, dann ge-
senkt, die L. hält einen verstümmelten Gegenstand (Vogel?). Der
vorgeneigte Kopf ist stark nach 1. gewendet. Das Haar ist in der
Mitte gescheitelt, hinten zu einem Zopf zusammengenommen, von
dem eine Locke (r.) auf den Rücken und (1.) auf die Brust herab-
fällt. Vorne liegt im Haar eine Stephane. Die Augen sind von
Silber eingesetzt.

Die Arbeit ist von grossem Reiz. Vgl. v. Lützow Münchener
Antiken Taf. 4. S. 10 ff. Gazette archeol. 1875 Taf. 13 S. 61 f.

22. Aphrodite.

H. 0115. — Aus Silber. — Abgebrochen die Finger der r. und vier Finger
der 1. Hand; beschädigt die Zehen. — Gekauft in Paris.

A., — r. Standbein — nackt, die R. vor dem Schosse, die L.
vor den Brüsten. Der Kopf mit hochaufgebauter Haarschleife nach
r. gewendet. Einige herabhängende Locken sind ins Fleisch hinein-
ciselirt. Die Augensterne sind angegeben.

23. Erot

H. 0*15. — Abgebrochen das 1. Bein in der Mitte des Schienbeins. — Aus
O-Sz önyi.

Erot, auf 1. Bein stehend, das r. frei zurückgestreckt, nackt,
erhebt die senkrecht durchbohrte L., die R. ist gesenkt vorgestreckt
und gleichfalls durchbohrt. Das liebliche Gesicht ist aufwärts gegen
die L. gewendet. Ueber der Stirn ist ein Haarknoten angeordnet,
hinter demselben ist das Scheitelhaar zu einem Zopf zusammenge-
flochten, über jedem Ohre liegen Lockenbüschel. Im Rücken sind
zwei Einschnitte für Flügel sichtbar.
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