Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 154
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erhoben vorgestreckt und durchbohrt, die L. stützt sich auf den
Boden. Mund, Nase und Augen sind nur angedeutet. Das Haar
ist vorn zu einer kleinen Schleife zusammengeknüpft und fällt in
den Nacken herab. Die Rückseite ist nur wenig ausgeführt.

29. Erotenbüste.

H. 0'09. Die Kette 0'05 1. — Aus messing-glänzender Bronze. Sehr gut er-
halten, nur Nase und Lippen sind etwas verdrückt. Mit Blei ausgegossen. — Ge-
kauft in Paris.

Das rundliche Kindergesicht blickt mit lebhaftem Ausdruck
nach r., die grossen Augen, deren Pupillen angegeben, sind aus
Silber eingesetzt. Das kurze Haar bildet über der Stirn einen
kleinen Knoten. Die kleinen Flügel sind rund abgeschnitten und
durchbohrt. Vorne geht von Schulter zu Schulter, über der Brust
herabhängend, eine dicke Guirlande: erst beiderseits Bandschleifen,
dann Epheu mit Korymben. Auf dem Scheitel ist eine ganz er-
haltene Kette befestigt. Hinten ist die Büste gerade abgeschnitten.
— Vortreffliche lebendige Arbeit; sehr ähnlich das Erotenköpfchen:
v. Sacken die antiken Bronzen des k. k. Münz- und Antikencabinets
zu Wien Taf. XXXI, 5. Laufgewicht einer Wage: die Durchboh-
rungen der Flügel dienten wohl zur Befestigung einer Bronceplatte,
welche die Büste hinten verschloss.

30. Kinderbüste.

H. 0"14. — Ein Stück der Brust ist ausgehrochen. Das Blei, mit welchem
auch diese Büste ausgegossen war, ist verschwunden. — Aus Belgrad.

Das breite Gesicht ist nach r. geneigt. Die Haare sind nur
angelegt: auf ihnen liegt ein voller Epheukranz, breite Binden fallen
auf die Schultern. Vorne ist ein Chiton angedeutet. Die Büste ist
hinten, wo sich ein viereckiges Loch befindet, schräg abgeschnitten.
Auf dem Scheitel ist ein Ring eingelassen.

Wegen des Kranzes und der mangelnden Flügel möchte ich
diese frisch gearbeitete Büste lieber als die eines Bacchuskindes
bezeichnen. Sie hat gleichfalls als Laufgewicht gedient.

31. Männliche Figur.

H. 0-11. — Gekauft in Chartres.

Die Figur — r. Standbein —, nackt, hält in der etwas aufge-
bogenen R. eine Schale, die L., vom Körper abstehend, ist jetzt
ohne Attribut. Das Haar ist über eine Binde zurückgenommen,
dann auf dem Scheitel zu einem starken Haarknoten zusammenge-
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