Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 155
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fasst, dessen frei gearbeitete seitliche Enden hörnerartig gebildet
sind.

Wegen der eigenartigen Haartracht möchte ich diese Figur als
Dionysos bezeichnen.

32. Männliche Figur.

H. 0*068. — Abgebrochen der r. Arm in der Mitte des Unterarmes und der
1. in der Mitte des Oberarmes, beschädigt der 1. Fuss. — Aus O-Szönyi.

Die Figur — r. Standbein, das 1. etwas zurückgesetzt —, nackt,
senkt beide Arnie, der r. ist etwas mehr vorgestreckt. Im Haar
liegt ein breiter Kranz (Epheu?).

Auch bei diesem reizenden Figürchen muss die Bezeichnung
als Dionysos zweifelhaft bleiben.

33. Pan.

H. 0'162. — Abgebrochen das 1. Horn; das Gesicht zerstört. Die Oberfläche
überarbeitet. — Gekauft in Wien; angeblich aus Deutsch-Altenburg.

Der bocksfüssige langbärtige Pan, nackt bis auf ein Fell,
welches um den 1. Unterarm geschlagen ist, schreitet mit dem 1.
Fuss vor. Die R. ist über das Haupt gehoben in der Haltung des
ötTrocTKOTreueiv; die L., gesenkt, hielt das (jetzt fehlende) Pedum. Aus
dem starken freibehandelten Haar erheben sich die zurückgebogenen
Ziegenhömer.

34. Silensbüste.

H. 0-055. — Aus O-Szönyi.

Der bärtige Kopf ist nach r. gewendet, von satyreskem Aus-
druck. Auf dem kahlen Haupte sind Spuren zweier Erhöhungen
(Epheublätter?). Um die Stumpfe beider Arme ist ein Gewand ge-
schlungen, welches die Büste unten abschliesst. Hinten ist die Büste
gerade abgeschnitten, unten vorn befindet sich ein Bohrloch zur
Befestigung an einem Geräthe.

35. Herakles.

H. 0*13. — Abgebrochen der obere Theil der Keule. — Gekauft in Paris.

H. — r. Standbein, das 1. zurückgesetzt —, nackt bis auf das
Fell; welches über den 1. Unterarm hängt, schwingt mit der erho-
benen R. die Keule. Der L Arm ist gesenkt, die geschlossene Hand
hält einen rundlichen Gegenstand (Apfel?). Ueber der Stirne liegt
eine dreifache Lockenreihe, dahinter ein Diadem. Die Augen sind
übermässig gross, jetzt hohl.

Sehr roh.

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