Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

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Archäologischer Bericht aus Oesterreich

Archiv des Vereines für siebenbürgische Landeskunde N. F. Band XIII
Heft 2 p. 203 — 338 eine wichtige dankenswerthe „Chronik der archäologi-
schen Funde Siebenbürgens" von Carl Gooss in geographischer Uebersicht
nach drei Kategorien, vorrömische römische und nachrömische Funde der heidni-
schen Zeit umfassend. Die bisherige ungarische und deutsche Literatur ist in aus-
gedehnter Weise für diese Zusammenstellung benutzt; auch enthält sie eine Reihe
neuer Fundnotizen und Beschreibungen. — Heft 3 p. 407—537, Band XIV Heft 1
p. 47—175 „Skizzen zur vorrömischen Culturgeschichte der mittleren
D o n a u g e'g e n d e n, mit 15 Tafeln Abbildungen" von Carl Gooss. Um-
fängliche Monographie in folgenden Abschnitten: I. Die Periode der vorherrschenden
Steingeräthe. II. Die ältesten historischen Bewohner der mittleren Donaugegenden
(Thraker und illyrische Pannonier, die Einwanderung der Donau- und Alpenkelten,
Einbruch der Sarmaten und Bastarner an die untere Donau, das Aufkommen des
dacischen Reiches, germanische und jazygische Einwanderung, Beginn der Romani-
sirung und Völkerkarte im Beginne des zweiten christlichen Jahrhunderts). III. Auf-
zählung der wichtigsten Fundstücke aus der sogenannten Bronze- und älteren Eisen-
zeit. IV. Die Herkunft dieser Gegenstände. V. Der Handelsverkehr mit dem
Süden. VI. Der vorrömische Geldverkehr in den mittleren Donaugegenden. VII.
Alte Ansiedelungen. VIII. Lebensweise, Beschäftigung und Todtenbestattung der
vorrömischen Bevölkerung. — Band XIV Heft 1 p. 1 — 46 Carl "Werner, Ver-
zeichniss eines Fundes von 563 wohlerhaltenen Silb erdenar en, der
im Juni 1875 bei Frauendorf in der Nähe von Mediasch gemacht wurde. Die
ältesten reichen bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts der Stadt, während die
jüngsten aus der Zeit unmittelbar vor dem Beginne des Bürgerkrieges zwischen
Caesar und Pompeius stammen. Darunter vier „incuse Denare", die auf beiden
Seiten denselben Stempel haben, aber auf der einen erhöht, auf der andern vertieft
und mit verkehrter Schrift geprägt.

Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde 1878
Nr. 6 p. 80. Karl Torma machte unlängst einen Ausflug in die Kalotaszeg und die
benachbarten Dörfer, wobei er zehn bis jetzt noch unbekannte römische Inschriften
fand, den Namen des Schässburger römischen Castrum feststellte und über dasselbe
und den daneben gelegenen Vicus interessante topographische Daten sammelte. —
Nr. 7 p. 82 folg. Karl Gooss, neuere archäologische Funde aus der
römischen und Völkerwanderungszeit Siebenbürgens. Es gelang Karl
Gooss den Hauptort der Saci Sacidava da, wo die von Spring her kommende
heutige Strasse in das Thal von Dorstadt (Hoszutelke) einmündet, auf einer sanft
geneigten, von römischem Mauerwerk durchzogenen Thalsohle, welche von der ru-
mänischen Bevölkerung „la zidu" (bei den Mauern) genannt wird, zu fixiren. Von
hier besitzt der Stuhlrichter Teleki in Koncza ein bedeutendes Mithrasmonument
mit Inschrift, die Statuen eines Proprätors und einer in die Palla eingehüllten
vortrefflich gearbeiteten Frauengestalt, sowie die zu decorativen Zwecken bestimmte
Figur eines Kriegers in Tunica und Sagum.
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