Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 167
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Vierunddreissigster Bericht über das Museum Francisco -Carolinum. Linz

1876. p. VIII. Die Ausgrabungen auf dem Leichenfelde in Hallstadt,
deren Kosten aus der geologischen Dotation bestritten werden, wurden ungeachtet
der im vergangenen Jahre minder günstigen Ergebnisse fortgesetzt. — In St. Agatha
bei Goisern wurden Spuren römischer Bauten aufgefunden und hat sich
behufs gründlicher Erforschung derselben ein Privatverein constituirt. — Aus Anlass
der Angriffnahme des Baues der Salzkammergutbahn hat sich der Verwaltungsrath
an die Bauinspectorate in Ischl und Gmunden wegen eventueller Erwerbung archäo-
logischer Funde gewendet.

Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. XVII. Heft 2.
p. 225. Fund eines schönen Mosaikbodens in der Mitte von Salzburg, im
Hause Nr. 2, Waagplatz (Schaffnerhaus), bei der Aushebung eines Abzugscanales
in der Tiefe von 0-8 Meter. Das Gemach, in dem der Mosaikboden sich befand,
ist 3*33 X 3'70 gross. Die Mitte nimmt ein Kreis von l-70 Durchmesser ein. Der
Kaum zwischen diesem Kreis und dem äusseren Eande ist durch Ornamente in ein-
zelne Felder getheilt, in welchen sich medaillonartig bildliche Darstellungen finden,
wie sie für ein Speisegemach, wofür auch erhaltene Eeste der Wandmalerei sprechen,
passen. Ein Bündel Fische, welche an einer Bastschnur aufgehängt sind, ein Stein-
huhn, abermals einige Fische, Zwiebel, Obstähnliches in überraschend naturalisti-
scher Auffassung. Die Arbeit des Mosaiks ist sehr fein; besonders wo Farbenüber-
gänge oder verlaufende Schatten vorkommen, haben die Steinchen 4—6 Millimeter
Durchmesser. Die nächstliegenden Ornamente sind weniger gut ausgeführt. Von
dem zerstörten Mittelstücke fanden sich in kennbarem Zustande nur Theile der
kreisförmigen Umrahmung, die von einem stereometrischen mehrfarbigen Mäander ge-
bildet wurde und kleine Bruchstücke, die einem schwimmenden Delphin und einer
nackten Frauengestalt anzugehören scheinen, in den feinsten Steinchen und der
glücklichsten Farbengebung ausgeführt. Im ausgehobenen Erdreich fanden sich zwei
Bronzemünzen, eine grosse des Alexander Severus und eine kleine des Licinius
senioi*. Der Besitzer des Hauses überliess das Mosaik dem städtischen Museum.

Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark. XXV. Heft 1877.
p. XXHI. Bericht des Caplan A. Meixner zu St. Veit amVogau: Eine grosse
Menge Münzen wurden auf den Gründen zwischen Wagna, Landscha und Leitring
gefunden. Beim v. Koglwirth fand man einen Mühlstein (er liegt noch beim Brunnen),
einen Inschriftstein, der aber beim Bau eines Stalles in den Grund hineingemauert
wurde, mehrere über 6' lange vergoldete Buchstaben, die vergeben wurden; zwei
Steine mit plastischer Arbeit auf dem Felde beim Pestkreuze, nach der Sage der
Leute waren auf denselben eine Frau und ein Kind dargestellt. Beim v. Liebmann
einen Inschriftstein, der noch im Haus sein soll... . auf dem Grunde des v. Lackl
einen Mosaikfussboden. Auf dem „Schanzacker" eine Doppelara und eine Hand
aus feinem weissen Marmor, die eine Schale hielt. Beim v. Neubauer eine Säule
aus Aflenzer Stein mit plastischer Arbeit, an der Säule kletterten zwei Knaben, von
denen der untere den oberen zu erreichen suchte; bei Anbringung der Säule schlugen
die Maurer die Figuren ab.

Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, herausgegeben von
dem Geschichtsvereine für Kärnten. 13. Jahrgang. A. E. v. Gallenstein, der
Helenaberg bei Ottmanach als Fundstätte römischer Alterthümer.
Dieser interessante Bericht gibt zunächst eine Geschichte der Ausgrabungen,
die auf dem Helenenberge, zwei Stunden nordöstlich von Klagenfurt, bis zum Jahre
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