Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 173
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rische Funde nächst Lundenburg-Bernhartsthal — p. LXXIII. 1875 gef. nächst der
Station Rozzo bei Nugla in Istrien ein steinernes circa 6 Quadratmeter grosses
Eckgesimsstück von schöner römischer Arbeit.— p. LXXIV. F. Pichl er, Ausgra-
bungen im Zollfelde, eine grosse Menge der verschiedenartigsten Objecte, wovon
bemerkenswerth: ein Thürbeschlag mit Ringgehänge; zwei Seethiere einen weiblichen
Kopf haltend, schöner Guss, halbseitig. — p. LXXVIII. Much, neugefundene prä-
historische Baudenkmäler in Niederösterreich : drei abgestutzte Pyramiden bei Reisen-
berg, Guntramsdorf a. d. Südbahn und Tulbing; bei Brodersdorf an der Leitha
flacher Hügel auf breiter kreisrunder Basis, von einem zweifachen niedrigen Ring-
walle umschlossen; bei Rabensberg an der Thaya ein 5 Meter hoher konischer, oben
abgeplatteter Hügel von 113 Schritten Umfang, umschlossen von einem doppelten
kreisrunden Wall und Graben; bei Bernhartsthal und Rabenburg sechs Hügel mit
Gräbern; Tumulus von Bullendorf an der Zaya: „Der Charakter der gef. Gefässe
weist auf den Orient und insbesonders auf Griechenland; ja einzelne Ornamente,
wie die Spiralkette oder Gefässe, welche eine Kuh darstellen, sind Erscheinungen,
welche mit Fundstücken aus Mykenae eine solch' frappante Aehnlichkeit zeigen,
dass man glauben könnte, sie hätten den Schliemann'schen Abbildungen als Vorlage
gedient. Indessen sind diese Analogien. .. nicht die einzigen, da wir in den Thier-
figuren des Mondsee's in einer ,Hera'-Figur vom Vitusberge Stücke von gleichfalls
überraschender Aehnlichkeit mit Schliemann'schen Funden besitzen"; in Grafendorf
bei Stockerau abgeflachte Pyramide von 4'67 M. Höhe auf einer Basis, deren längere
Seite 83, deren kürzere Seite 60 Schritte misst, umgeben von Wall und Graben. —
p. LXXXIII. Alfons Müllner, Tumuli nächst Rothwein bei Marburg; Grab-
stein bei St. Peter nächst Marburg; Badeanlagen in Cilli; Untersuchung über Römer-
strassen; Mithrasheiligthum bei Rozanc: „der Tempelraum, dessen Längsachse von
NS. 16 Meter und dessen Breite von WO. 12 Meter misst, ist ein durch schroffe
natürliche Felsen gebildeter Kessel von ziemlich achtseitigem Grundriss. In der
westlichen Felsenwand ist das (1*6 h., 1'45 br.) Tempelbild in einer Nische vertieft
und darüber die Inschrift" C. I. L. III 3933; Römerstadt bei Bisell mit zahlreichen
Funden, darunter ein Löwe mit dem Widderkopfe unter den Pranken. — Reisebe-
richt von Mich. Glavinich; in der Hauscapelle Pavlovic-Lucic in Makarska
(gef. in Narona): Fragmente eines Musen- (?) Sarkophags aus Marmor, ein nach 1.
gewendeter sehr schöner jugendlicher Frauenkopf aus Marmor; bei der Familie Ipsic
griech. 0"3 h. Vasen, gef. in Lissa; in Zaostrog eine 0"2 h. Bronzefigur der Athena
mit Basis, nach Italien verkauft, aus Marmor Statue des Pan und ein Amazonen- (?)
Relief, beides auf Befehl eines Bischofs zertrümmert, „weil die rohen Dorfbewohner
im ersteren Johannes den Täufer und im zweiten das Martyrium der heil, Barbara
verehrten" ; in Fortopus stromaufwärts der Narenta: Bruchstück von einem dorischen
Fries, kleiner Torso, weibl. Gewandstatue ohne Kopf, statt dessen eine Pinie gesetzt
wurde, Torso eines römischen Kriegers u. A.; in Vido: colossaTes Stück eines dori-
schen Frieses von bewunderungswürdiger Schönheit mit zwei gekreuzten Schilden
in den Metopen, sehr schöner Mercurkopf, roh gearbeiteter Frauenkopf. — p. XCV
römische Gebäudereste bei Salona, Thermen, mit Grundriss. — p. CXIX vorläufiger
Bericht von Alois Hauser über die Ausgrabungen von Carnuntum.

Wiener Abendpost 1876. Nr. 2, 2. Jänner: Stadtmauer von Aquileia. — Nr. 65,
21. März: kaiserliche Subvention an Fritz Pichler in Graz für Ausgrabungen in
Flavium Solvense, Celeia, Poetovio, Virunum und Teurnia. — Nr. 103, 5. Mai: Be-
richt über diese Ausgrabungen. Nächst der Südbahnstation Spielfeld wurden auf
den Feldern von Pumpersdorf die Trümmer eines römischen Landhauses blossgelegt.
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