Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 2.1878

Seite: 175
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Bote für Tirol und Vorarlberg 1877 Nr. 49, 1. März, gel beim Bau einer
Strasse von Rankweil ein stählerner Ring mit Agatstein, der eine schöngravirte
Reiterfigur mit Helm Spiess und Schild zeigt, als eine Arbeit des zweiten oder
dritten Jahrhunderts bezeichnet. — Nr. 93, 24. April, bei Oberlienz im Pusterthale
Säulenglieder und Kapitäle, aus einem grobkörnigen weissen salinischen Marmor.
— Nr. 151, 5. Juli, bei St. Lorenzen im Pusterthale gef. (anlässlich der Fundirung
von Holzpfeilern zur Errichtung einer Drahtseilbahn über die Rienz) in einer Tiefe
von Metern starkes Steinmauerwerk und Bleischienen von O05 Breite. — N. 143,
20. Juni, Fund aus der späteren Bronzezeit in der Nähe von Innsbruck, in Wilten,
beim Baue des Spörr'schen Hauses in der Nähe der neuen Lehrerbildungsanstalt
drei Fuss unter dem Boden, übergegangen in den Besitz des Antiquars Steiner in
Innsbruck [nach einer genauen Angabe Professor J. Jung's]: ein sehr gut erhaltener
Helm; der Rand des Helms zeigt eine tiefe Rinne mit Leisten, mit der Bunze ist
eine Reihe Feder - und ringförmiger Zeichnungen eingetrieben. — Beim Bau der
neuen Villa Kapferer, Bronzegegenstände, Armringe und Aehnliches, zwei ovale
silberne Ohrringe, vor Alter schwarz oxydirt, 0*044 1., 0-038 br.; die letzteren sind
an einer Seite mit Silberdrähten umwunden und tragen hier einen querstehenden
Aufsatz von Glasperlen , welche in dünne Silberzellen eingelassen waren ; daneben
fand man einige Thonperlen; die Arbeit ist roh. die Perlen nach Form und Farbe
sehr primitiv; auch zwei Köpfe wurden gefunden, jedoch leider beschädigt.

Innsbrucker Nachrichten 1877 2. Nov. Nr. 251 : Bei den Grundgrabungen
zum neuen Weyrer'schen Hause in der verlängerten Museumsstrasse wurde ein
kleines Pferdchen von sehr primitiver Arbeit in Stein gefunden, Dasselbe befindet
sich im Besitze des Bauherrn. Ein gleicher Helm, wie einer heuer (angeblich etrus-
kischer Arbeit) in den Wiltener Feldern gefunden worden ist und der nach München
gewandert sein soll, wurde auch früher in einem Bache beim Schlosse Churburg im
Vintschgau gefunden und befindet sich dort in der gräflich Trapp'schen Waffen-
sammlung.

Ueber Tiroler Funde theilt Herr Professor J. Jung in Prag einen Brief des
Herrn Gymnasialprofessors Pinamonti vom 24. August 1877 mit, dem wir folgende
Notizen über Entdeckungen in C 1 o z , Villa Santa Maria, entnehmen : das Feld der
Funde heisst al Dos , der Besitzer desselben Giovanni fu Gian Antonio Floretta di
Sta. Maria di Cloz. Gefunden wurden 1. zwei goldene Fingerringe, der eine ge-
brochen cylindrisch inwendig hohl , der andere oval mit einem l'othen Edelstein in
der Mitte, auf dem eine menschliche Figur mit einer Lanze in der Hand eingravirt
ist. 2, Ein Paar Ohrringe aus reinem Golde mit drei beweglichen Ringen und am
Ende mit je einem Edelgestein. 3. Eine silberne sehr gut erhaltene Brustnadel.
4. Sechzehn Brustnadeln aus grün patinirter Bronze. 5. Ein silberner Ring. 6. Ein
Schnällchen aus Bronze. 7. Zwei Reife aus Bronze, der eine 0'25, der andere 0'08
im Durchmesser. 8. Drei schlecht erhaltene Messer aus Eisen von verschiedener
Grösse und sehr einfacher Form. 9. Zwei Bunzezierrathen , Metallblätter mit An-
hängseln.

[Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften LXXXIX.

Band Heft I p. 421 — 424. Vincenz Goehlert, keltische Arbeiterbezeich-
nungen und Arbeitzeichen in vergleichender Weise erörtert. I< Arbeiterhc-
zeichnungen. 1. Sar, im Altirischen saer vorhanden, bezeichnet im Allgemeinen
einen Handwerker (opifex) und kommt auf Thongefässen und Ziegelsteinen häufig
vor. 2. Cerdo, ein zweites Wort für Arbeiter, im Altirischen cerdd und mit faber
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