Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

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V

sich, wie ich glaube, im Irrthum, als er annahm, es sei der Moment
dargestellt, wie Odysseus Verdacht schöpft, dass Diomedes ihm mit
dem gemeinsam errungenen Palladion davongehen möge*), wobei
er gewiss an den von Konon Cap. 34 (bei Photius) überlieferten
Zug denkt, dass Diomedes, der den Palladienraub allein vollbrachte,
dem Odysseus, auf dessen Schultern er über die Mauer stieg, ein-
reden wollte, er habe nicht das rechte Palladion erlangt.

Die Sage von der Heimbringung des Palladions , welche wir
der Deutung des Lampen- wie Sarkophagreliefs zu Grunde legten,
haben wir mehrfach in fast gleichlautender Fassung überkommen,
die auf eine gemeinsame Quelle zurückweist. Ich setze zunächst
die Stelle des Zenobius her. Er erklärt III, 8 das Sprichwort
Aiour)beioc dvorfKn.:

JEm tujv kcit& dvötYKnv tivcc TrparrövTuuv. Meuvnrm ai>Tf)c 5Api-
axocpdvnc ev Baipdxoic. "Oie ydp Xaßövxec tö TTaXXdbiov Aiour|ör|c
Kai Obucrcreuc 6köui£ov em idc vaöc, töte ßouXöjaevoc 'Obuacxeuc auToö
uövou tt]V qpiXoTiuiav Yeveaöai, eirexeipnae cpoveuaai xöv Aiouribnv ueid
toö TTaXXabiou TrponYOuuevov. TTpoibwv be exeivoc die ev KaTÖTrrpw
dvTiaiiXßov tö Eiqpoc Kai auXAaßuuv auTÖv Kai br|0"ac xdc xeipac nXdiei
toö Eicpouc dKoXouGüuv eTimev.

Die Parallelstellen finden sich bei den Parömiographen Apo-
stolius VI, 15, Arsenius 181 und Codex Bodleianus 338, beim
Scholiasten Piatos, Rep. 493 D, Eusthatius zur IL K p. 822, 20 ed.
Rom. und bei Suidas s. v.

Eine zweite Erklärung desselben Sprichwortes steht in den
Scholien zu Aristophanes Ekkl. 1029.

"Ote Aioun,br|c 6 Opd£, iröpvac e'xwv GuyaTepac, touc irapiövTac
£evouc eßid£exo auxaic cxuveivai euue ou KÖpov o~xujötv Kai dvaXwöujö'iv
oi dvbpec de Kai ö uööoc irrrrouc dvöpumoqpaYouc enrev. —

Neben der ersten Erklärung steht auch diese bei Apostolius,
Suidas, Eusthatius. Bei Hesych, wo sie als von Klearchos stam-
mend angeführt wird, ist die erste durch die Abschreiber ausge-
fallen. Nach der auf den Thraker Diomedes gehenden Notiz heisst
es: cO be rr\v uiKpdv 'IXidba . . .cprioi em Tfjc toö TTaXXabiou KXorrfjc
Yeve'aGai.

Es kann hier kaum etwas Anderes als die erste Version ge-
standen haben, der, wie der zweiten, ein leider verstümmeltes Ur-
sprungszeugniss beigegeben war.

*) In der Anmerkung verweist er über diesen Verdacht und die verschie-
denen Zeitpunkte, wohin ihn die Sage setze, auf Jahn Ann. 1858 p. 229. 236 ff. 239.
In den angezogenen Stellen ist jedoch hlos vom Streite der Helden die Eede.
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