Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

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en face aus reichem Blätterwerk hervorgehend; auf letzteres gelehnt sitzt r. und 1.
je ein Erot weichlich gebildet und geschmückt mit Ranken spielend. — JB. Auf
schlanker Stele (schwarze Binde umgeknüpft, Basis mit gelber Binde verziert) steht
ein kleiner gelber Kantharos. Umher vier Figg. nach der Mitte: r. u. steht ein Jüng-
ling mit dem L Ellbogen auf einen (nicht gemalten) Pfeiler gestützt, auf den auch
sein Gewand herabgesunken ist, mit (r.) kleiner weisser Leiter (1. hängt eine Binde);
o. sitzt ein Mädchen im einfachen Chiton mit (r.) Kästchen und (1.) Spiegel. L. u.
steht ein gleiches Mädchen mit hochgestelltem 1. Fuss, 1. Schale, r. Spiegel haltend
(1. hängt eine Binde); o. sitzt ein Jüngling auf seiner Chlamys mit (1.) kleiner
Leiter, Lorbeerstamm (an den Arm gelehnt) und (r.) Kranz.

252. Amphora (M. 47). H. 0-63. Sorgfältig. T. — A. In einer jonischen
Aedicula (Basis ist ein dorischer Fries mit Eierstab darüber; vom Gebälk hängen
Binden herab) steht zwischen zwei grossen Vasen von der Form des ganzen Gefässes
eine Frau im Chiton und über den Hinterkopf gezogenen Mantel, das (trauernde)
Haupt auf die beim Ellbogen von der L. unterstützte R. gelehnt ganz nach vorn*). —
Umher vier Mädchen nach der Mitte: 1. r. u. stehend im Chiton und Mantel, die L.
auf dem Rücken, auf der R. einen flachen Korb mit langem Alabastron; 2. o. sitzend
in gleicher Kleidung mit kurzem Haar (r.) Spiegel und (1. an den Arm gelehnt)
Fächer; 3. 1. u. sitzend im Chiton, Mantel um die Beine, mit kurzem Haar und
(r.) Kästchen, 1. aufgestemmt; 4. o. stehend in Chiton und Mantel, an ein hoch
aufgestelltes Kästchen gelehnt mit (r.) Kranz und (1.) Schale. Im Feld mehrere
Gefässe, darunter eine Oinochoe und eine tiefe Schüssel. — B. In einer jonischen
Aedicula (Bathron mit Blätterranken verziert) steht eine Amphora von der Form
des ganzen Gefässes mit Deckel auf einem Untersatz. Umher vier Mädchen nach
der Mitte: 1. r. u. stehend im Chiton und shawlartig umgelegten Mantel mit (r.) Ala-
bastron und (1. an den Arm gelehnt) Fächer; 2. o. sitzend in gleicher Tracht, mit
(r.) Kästchen und (1.) Kranz; 3. 1. u. stehend mit hochgesetztem 1. Fuss im einfachen
Chiton, mit kurzem Haar und Kranz in beiden Händen; 4. o. sitzend im Chiton und
um die Beine geschlagenen Mantel mit (r.) Kranz und (1.) Schale. — Abgeb. Font.

253. Vase mit Stangenhenkeln (N. 102). H. 0-375. Gewandt aber äusserst
flüchtig. F. — A. Auf einer kannelirten jonischen Säule steht eine Amphora, bemalt
mit einer laufenden Gestalt; auf der vierstufigen Basis sind zwei lange Zweige und
mehrere Gefässe (ein grosser kelchförmiger Krater und ein Skyphos sind w. o. be-
malt, ein bauchiger Krug ist geriefelt). L. steht nach r. ein Mädchen im doppelt
gegürteten Chiton und shawlartig umgelegter Chlamys und rauft mit beiden Händen
ihr verwirrt herabhängendes Haar. R. steht nach 1. ein zweites Mädchen im Chiton
und über das Hinterhaupt gezogenen Mantel, die L. mit feierlicher Geberde nach
rückwärts ausstreckend, mit der R. einen bindengeschmückten Kranz zum Kapital
der Säule hebend. R. und 1. an den Enden des Bildes steht nach der Mitte je ein
Jüngling im Mantel (breit und nachlässig wie Reversfiguren). — B. Drei Mantel-
knaben, einer mit Stab, ein anderer mit ausgestreckter R. — Abgeb. Buttovaz.

254. Amphora (M. 47). H. 0-75. S. — A. In einer jonischen Aedicula
(Bathron mit Wellenband geschmückt) sitzt ein nackter Jüngling 1. aufgestützt auf
seinem Gewände und hält 1. einen Speer, r. einen dreifüssigen Eimer mit dünnem
Henkel und ein paar Zweige auf einer Schüssel, zwischen den Fingern überdies

*) Sehr ähnlich Eurydike beim Tod des Archemoros (Overb. Heroengall. 4, 3.
Gerhard Archemoros Tf. I).
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