Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

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mit Deckel, schwarz. F. — Ein Fries mit kleinen Relieffigg. läuft unter dem Hals
um den Bauch des Gefässes. Dieselbe Vorstellung scheint mehrfach wiederzukehren:
Dionysos im Mantel sitzend nach 1. von Mänaden, bedient u. von tanzenden Satyrn
umschwärmt. — Abgeb. Font. — 310. Becher mit Doppelkopf (ähnlich P. 282).
H. 0*16. O. schwarz mit weissem Kranz, die Köpfe ehemals bunt, jetzt roth mit
Farbenresten. S. — A. Satyrkopf (sehr originell, einigermassen ähnlich P. 280)
mit zierlich gekräuseltem Spitzbart, reihenweise aufgerollten Stirnlöckchen, breitem
halboffenem Mund u. etwas abstehenden Spitzohren. — B. Weiblicher Kopf von
regelmässiger Schönheit, doch etwas alterthümlicher Strenge, mit kleinen Löckchen
über der Stirn. — Abgeb. (B.) Sart. F.; cf. Br. 208 u. 231. — 311—313. Rhyta mit
Eeh- (S. abgeb. F.), Stier- (S.) u. Ochsenkopf (F. abgeb. F.), unbemalt. — 314.
315. Pyxides (eigentl. Deckel mit Seitenwänden B. 117). H. 0-06. 011. — O. auf
rundem Schild in Relief: Medusenhaupt en face mit Spuren von Bemalung. (Haare
dunkelroth.) — 316. Krug (B. 47). H. 0-13. F. — Am Bauch sind in barbarisch
plumpem Relief zwei Augen u. ein paar Nüstern aus Thon aufgesetzt. — 317. Askos
v. d. Form eines Gelenkknochens (vgl. Br. 185; P. 81.) mit aus zierlich verknoteten
Stäben gebildetem Henkel. H. 004. Schwarz. F. — Abgeb. Font.

Museo Civico

(Grosser Saal)

A. Kasten links -vom Eingang

Ä) (unten) kyprische Gefässe von verschiedenen Formen u. Grössen (das
grösste aussen auf Kasten O), decorirt mit den bekannten Ornamenten. — Erwähnt
Arch. Ztg. 1876 S. 54 f. u. Archäol.-epigr. Mitth. aas Oesterreich I S. 38.

B) (weiter o.) kleine orientalisirende Lekythen (M. 77). H. 0 05—0 1. Erw.
Arch.-epigr. Mitth. 1. c. — 1—4 vorn ein vielverschlungenes Ranken-Ornament. —
5. Sirene mit langem Schweife, Gesicht Brust u. Flügel roth; umher drei Kreuze
(zwischen den Armen Punkte). — 6. vom ein Ornament aus Ranken u. Palmetten;
rückwärts (unter dem Henkel) ein Vogel. — 7. vorn zwei nackte bärtige Figg.
grotesk tanzend einander gegenüber; rückwärts (u. d. H.) eine dritte gleiche, überall
grössere u. kleinere Rosetten. (Erw. a. a. O.) — 8. vorn zwei Knaben in kurzem
Chiton auf langgestreckten dickköpfigen Rossen mit beiden Händen die Zügel hal-
tend einander gegenüber; dazwischen zwei Rosetten. L. steht nach r. ein Mann
mit spitzem Bart und langem Haar (Binde), kurzem Chiton, etwas einknickenden
Beinen u. nach dem Schwanz des voranschreitenden Pferdes ausgestreckten Armen.
Zweifelhaft ist bei dem schlechten Erhaltungszustand der (nur an den eingeritzten
Linien erkennbaren) Malerei, ob die Fig. auch kurze Flügel u. einen grossen runden
Bauch gehabt. R. (rückw. u. d. H.) sitzt nach 1. eine grosse Sphinx mit langem
gewelltem Haar u. orientalisirenden Flügeln. (Beschr. a. a. O.) — 9. (M. 79.) H. 0'12
Zwei grosse Hähne mit aufgereckten Hälsen einander gegenüber ; dazwischen eine
Schlange vertical emporgeringelt, umher Rosetten. — 10. (M. 79.) H. 0'09. Ein
grosser Hahn steht mit ausgebreiteten Flügeln nach 1. (der 1. Flügel nach 1. ge-
streckt ist unförmlich lang); umher Rosetten.

Cj (noch höher) SChwarzfigurige Lekythen (M. 70), angeblich aus Attika (?)
aus dem Privatbesitz eines Malers erworben. — 1. H. 0'19; sehr flüchtig. — Ein
Wagenlenker im langen Gewände hält r. das Kentron u. zügelt 1. ein Viergespann
nach r. sprengender Rosse, an deren Seite ein Jüngling mit umgeworfener Chlamys
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