Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

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Deutung auf Aigisthos, oder Dolon oder Talos zu empfehlen; aber
freilich entfernt sich die Darstellung auch von der sonst gegebenen
Vorstellung jener Tyrannenmörder schon weiter als die vorhin an-
geführten.

Prag EUGEN PETERSEN

Neue Inschriften aus Dacien

Nach einem fast zwölfjährigen Schweigen (horae ferales!) sei
mir erlaubt, in aller Kürze eine Suite jener Inschriften zusammen-
zustellen, die ich auf meinen in den Jahren 1877 — 1879 ge-
machten Ausflügen persönlich fand, sah und abschrieb*). Eine
eingehendere Besprechung sowohl meiner epigraphischen als archäo-
logischen Ausbeute dieser Jahre, besonders aber meiner im laufen-
den Monate gemachten Reise nachMojgräd und der Untersuchung
des römischen vallum von Kis-Sebes — Tihö sei einem längeren
der ungarischen Akademie der Wissenschaften vorzulegenden Auf-
satze vorbehalten.

Die Meister Mommsen zu seinen Additamenten hoffentlich will-
kommene Suite ist das Ergebniss von drei Ausflügen, deren erster
im Jahre 1877 nur 4 Tage, der zweite im Jahre 1878 6, der dritte
heuer 13 Tage dauerte. Ein Grund mehr, dass der Ausbeutung
Siebenbürgens in epigraphischer Hinsicht in Zukunft eine noch um-
fassendere und stetere Sorge zugewendet werde**), denn Daciens
Boden ist und bleibt auch fürder eine permanent ergiebige Fund-
grube für das Volumen III des C. I. L.!

Alsö-Jlosva — Csicsö-Keresztür

(C. I. L. III p. 161)

Ich veranstaltete in den Jahren 1875 und 1876 Ausgrabungen
in den Ruinen, die unter dem Castrum und den Militärbädern schon

*) Nur die Klausenbuvger Inschrift n. 24 theile ich nach der Copie Freundes
Finäly mit.

**) Die sehr verdienstlichen Forschungen des tüchtigen C. Gooss stehen
leider vereinzelt da.
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