Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

Seite: 93
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Z. 5 die Namen des Maximus sind ausgemeisselt.

Z. 7 a R[esc]ul(6) vico Af(icae). Die statio Resculi erwähnt die
tab. cer. I (somit ist Resculus kein Mannesname, wie Mommsen
meinte); den zweiten Ortsnamen ergänzt die folgende Inschrift n. 14,
Somit sind wir im Stande, nicht nur eine neue Militärstrasse am
vallum (C. I. L. III 827), sondern auch zwei Stationen an demselben
vallum, welches sich von Kis-Sebes unterhalb Sebesväralja (p. 168)
auf den hohen Kämmen der Meszes-er Gebirgskette in einer Länge
von mehreren österr. Meilen gegen Norden nach Mojgräd und von
hier aus gegen Süden nach Tihö hinzieht*), benennen zu können.
Resculum ist mit dem heutigen Zutor und vicus Aficae mit Sebes-
väralja identisch; die Distanz von m. p. XVI = 3x/5 österr. Meilen
stimmt mit der Entfernung von Zutor nach Sebesväralja (über Nagy-
Almäs und Hodosfalva, letzteres ziemlich halbwegs zwischen Nagy-
Almäs und Sebesväralja) vollkommen überein.

Sebesväralja

(C. I. L. HI p. 168)

14. Kalkstein, hoch 0 32, breit 0*30. Gefunden in den Ruinen
des römischen Castrum durch den Bauer Gordän Juon vor einigen
Jahren. Aus einer Kellernische des benannten Bauers, wohin er den-
selben eingemauert hat, kam der Inschriftstein durch mich in den
Besitz des siebenb. Museums in Klausenburg; gegenwärtig in Bänffi-
Hunyad bei dem H. Dominik v. Barcsay.

*) Ich untersuchte während meiner im laufenden Monate Juni gemachten
Reise nicht nur einige Punkte des vallum, sondern beging mit Ausnahme von
höchstens iy2 österr. Meilen die fast überall mit grossen Forsten bewachsene Linie
desselben; forschte die daran gebauten fast durchgängig runden propugnacula durch;
liess am vallum an mehreren Punkten Durchstiche machen; veranstaltete in den
Ruinen mehrerer propugnacula Ausgrabungen zur Constatirung des römischen Cha-
rakters derselben, wie überhaupt des riesenhaften Werkes selbst; besuchte die hinter
dem vallum liegenden castra oder stationes und die dieselben verbindenden Strassen;
untersuchte die grossartigen cyclopischen Ringwälle des mojgrader Magura und
Pomet, die unstreitig eine Arbeit der Daker oder der Jazyges Metanastae sind;
fand die ebenfalls umgrenzte regio transvallum (C. I. L. III 827) und die tumuli
der Jazyger in Szilagy - Nagyfalu etc. und gedenke das Ergebniss meiner Unter-
suchungen in einer Monographie der ung. Akademie der Wissenschaften vorzu-
legen und wo es wünschenswerth sein dürfte, werde ich trachten, dass dieselbe
wenigstens im Auszuge auch den Lesern dieser Blätter bekannt werde.
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