Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

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Klagenfurt sind höchst lehrreich. Von diesen wurde schon im Jahre
1874 ein Schwert für die kaiserl. Sammlung erworben, das bei
der grossen Seltenheit römischer Eisenschwerter besondere Beach-
tung verdient. Es ist ein gladius hispanicus, die 49 Ctm. lange,
an der Wurzel 7*4 Ctm. breite Klinge beiderseits sanft geschweift
und in eine scharfe Spitze zulaufend, daher mehr zum Stoss als
zum Hieb (punctim magis quam caesim, Liv. XXII, 46) geeignet.
Von der Scheide, die aus Holz oder Leder bestand, ist noch die
bronzene untere Randeinfassung mit einem Knopfe an der Spitze
erhalten.

Verschiedene handwerkliche Erzeugnisse repräsentiren den Cha-
rakter der Fundstelle: Unter den Eisengegenständen ein vollstän-
diges Thürbeschläg mit den Charnierbändem, Schlossblech und
Schlüssel, ferner sehr grosse Nägel, Stücke von Sägen, Haken, ein
Schildbuckel kuppeiförmig gespitzt, Pfeil- und Speerspitzen, Messer
u. s. w., kleine Schmelztiegel, blaue und rothe Malerfarben in Kugeln,
Grefässe aus schwärzlichem und grauem Thon von verschiedenen
Formen (eines 33 Ctm. hoch, eiförmig mit kleinem Fusse), ver-
zierte Topfdeckel, Zierspangen, halbe, hohle gebogene Wülste mit
Thierköpfen an den Enden, Schnallen und Beschlägstücke, sehr fein
in stufenförmigen Figuren durchbrochen, so dass die Füllung wie
aus Draht gemacht aussieht.

23. Von Aquileja.

Drei Stücke von Wandmalerei, welche drei übereinander lie-
gende Schichten derselben Wandstelle bildeten. Die unterste Schichte,
also die erste Bemalung der Wand, zeigt Aepfel und Blumen, die
ornamental aneinandergereiht sind, den Kopf und Hals eines Esels,
ausserordentlich naturwahr und lebendig, vor demselben ein kleinerer
weidender Esel. Auf diese Malerei wurde ein zweiter Bewurf aufge-
tragen und damit dieser hafte, machte man zahlreiche Hiebe mit
einem spitzen Werkzeuge in den ersteren; die Bemalung desselben,
also die zweite auf derselben Wandstelle, besteht aus rothen Blumen
und Früchten, an deren einer ein grosser bunter Vogel pickt. Der
auf dieselbe Weise hergestellte dritte Bewurf wurde mit besonderer
Sorgfalt bemalt; erhalten ist noch ein Thorbogen mit zwei cannelirten
jonischen Säulen, deren hohes Gebälke, sowie der Flachbogen, den
sie stützen, mit gelben Ornamenten bemalt sind, die Mauer ober dem
Bogen ist roth, im Innern hängen Blumenguirlanden herab; durch
diesen Bogen fährt eben eine Biga, die nur mehr theilweise erhalten
ist, flüchtig aber lebendig in einfachen gelblichen Farbentönen gemalt;
oberhalb rechts ein Vogel, links eine Rose. Diese Malerei war aber
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