Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

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durchgängig nur angedeutet. Erhalten ist nur die linke Seite, diese mit unversehr-
tem Rande. In der Ecke sitzt auf dem Boden nach r. gewandt eine mädchenhafte
Gestalt, das Haar über dem Nacken geknotet, in einen ärmellosen gegürteten Chiton
gekleidet; sie richtet den Kopf in die Höhe, ihre 1. Hand, mit dem Ellbogen auf
dem Rücken der über den 1. Oberschenkel gelegten rechten aufgestützt, hält unter
das Antlitz einen Gegenstand: den aufgenommenen Zipfel des Obergewandes (?);
dieses bedeckt reichfaltig die beiden Beine, den Rücken und die 1. Schulter. R.
von ihr scheint ein Mann gestanden zu haben, von dem noch der r. Unterschenkel
sammt Fuss, bekleidet, erhalten ist. Ein zweiter Menschenfuss, gleichfalls ein
rechter, aber nackt, befindet sich etwas weiter r. am hinteren Rande der Basis dicht
neben der Fussspitze des Mädchens. — Der ganze Contour des hinteren (1.) Beines
des Mädchens ist frei von Spuren einer ansetzenden Hinterwand, nur an dem Kopf
und der gehobenen Hand setzt sich der Stein zu einer unregelmässig gefurchten
Masse fort, die wohl Felsen vorstellen soll. Die noch ungefähr ein Drittel der
erhaltenen Gesammtlänge weiter nach r. sich fortsetzende Basis zeigt an ihrer glatten
Oberfläche und hinten keinen Ansatz.

Auf der Stirnfläche der Basis (H. 0'15) sind en relief nebeneinander ange-
bracht : zwei schräg liegende Spindeln, die offene Seite einer Muschel, ein nach 1.
gewandter Fuss, ein schräg liegender Helm mit Backenlaschen (?).

Platte von weissem Marmor, 0-185 h., 0"205 br.. 0-86 dick.

\ AR E LI

//-///-/

[mag]istri .... Aivreli. ■

Fragment eines Cippus, gef. 1869 beim Bau der Eisenbahn, 0'255 h.>
0-375 br., 0"235 d.

|i - o • v|

J(ovi) o(ptimo) m(aximo) c[onservatori ? ....

Ziegelstempel: a) COH-vi), b) COH-VII-BR, c) |~VIH/|, unschöne, dicke
eingravirte Buchstaben, d) IM^, e) IMPMT////, fgh) CAE 53N

Thonlampen: Kopf eines bärtigen Fauns (gef. in der Unterstadt) und drei
weitere mit den Stempeln: L - NARI, VICT, VRSVII (nicht VRSVJI, wie Mitth. II, 78
angegeben ist). — Bruchstücke aus Terrasigillata: 1. das Vordertheil eines nach
r. laufenden Hirsches, darunter der Rest einer Maske; verschlungene Füllhörner;
ein nach r. laufender Tiger, alles sich wiederholend. Stempel: CINTVSMVS F. —
2. Nackter Jüngling, sitzend und leierspielend (Apollo), Blattranken, Ringe, Kanin-
chen u. s. w. — 3. Tiger nach r. laufend. — 4. Gans.

Zwei Ringe, der eine aus Gold mit goldener Platte, der andere aus Silber
mit einem von Sternen umgebenen Anker auf der Platte, beide canneliert und in
Essegg gefunden.

c) Im Parke des Grafen Peter Pejacevic: Grosser Sarkophag mit
Deckel, L. 2-1, Br. P00, H. 0"65 (Deckel: L. 2'3, Br. PI, H. 0 30), angeblich beim
„steinerneu Kreuz" auf dem Wege von der Ober- in die Unterstadt beim Strassen-
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