Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

Seite: 166
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2. Torso eines Imperators aus grauem Stein. H. T18. Kopf und Hals,
der r. Arm, welcher gehoben zu denken ist, der 1. Unterarm, beide Beine vom
Knie ab fehlen. Zur Einsetzung des Kopfes ist der Torso oben ausgehöhlt. —
Ueber der gefältelten Tunica liegt der die Körperform nachahmende Leibpanzer;
auf der 1. Schulter ballt sich faltig das Paludamentum zusammen. Auf dem Panzer
sind Reliefs angebracht: in der Mitte der Brust unter dem Halse ein Gorgoneion
mit Flügeln und unter dem Kinn geknüpften Schlangen; 1. davon über der r. Brust
ein verschlungenes Band. Weiter unterhalb ist in der Mitte eine Trophäe (Baum-
stamm mit Helm und Panzer) sichtbar; von r. und 1. kommt im Fluge mit wallen-
dem Chiton eine Victoria herzu, einen länglichen Schild an dieselbe zu hängen
(vgl. Hübner, Augustus S. 12 und die Statue des Traian Clarac pl. 338, 2414).
Darunter sitzen auf Waffen (Schild, Helm) nach r. und 1. zwei nackte bärtige
Männer, die Hände auf den Rücken gebunden, die Gesichter zu einander wendend. —
Das Ornament der Achselklappe auf der r. Schulter besteht in dem stilisierten Blitz, „

— Die unter der Hüfte an den Panzer sich ansetzenden Lederstreifen (uTepvfec,)
bestehen aus einer oberen und einer in den Zwischenräumen derselben zum Vor-
schein kommenden unteren Reihe; beide Reihen liegen auf langen am Ende ge-
fransten Lederstücken auf. Die obersten, deren Saum durch Perlenschnüre und
oben durch Querbündel bezeichnet ist, haben in der Mitte Rosetten, Köpfe von
Widdern, Elephanten, Löwen, Gorgoneia und bärtige menschliche Köpfe mit bar-
barischem Schnurbart und gekräuseltem Haupthaar. Die darunter liegenden Blätt-
chen wiederholen bei gleicher Umsäurnung das Blitzomament des Schulterriemens.

— Vgl. Benndorf und Schoene, antike Bildw. des lateran. Mus. p. 125.

3. Isis (oder Isispriesterin), Statue aus Marmor. H. 1*21, mit Sockel 1'31.
Der eingesetzt gewesene Kopf, von dem auf die 1. Schulter eine Locke fällt, und
die Unterarme fehlen. Das gewöhnliche Gewandmotiv der vorn geknüpften und in
einem Streifen niederfallenden Kalasiris.

4. Perseusstatue, Marmor. H. 0'62. Das Gesicht und der grösste Theil
des r. Arms wie beider Beine fehlen. Perseus, in ausruhender Stellung, mit der
R. die in ihrer Spitze noch erhaltene Harpe schulternd, trägt mit der gesenkten L.
das bei den Locken gefasste Medusenhaupt. Unter der phrygischen Mütze quillt
ihm reiches Lockenhaar auf die Schultern herab. Die grosse von der r. Schulter her
den ganzen 1. Arm bedeckende Chlamys ist nur am Handgelenk zurückgeschlagen,
um das Medusenhaupt sichtbar werden zu lassen. Die Züge des letzteren sind starr,
ohne Verzerrung; über der Stirn ein Flügelpaar; das Haar, das Antlitz umfliessend,
ist unter dem Kinn verknüpft.

5. Genius, Statue aus alabasterartigem Marmor. H. (ohne Basis) 0*60.
Kopf, r. Arm und Fuss fehlen. Der Oberleib der Figur ist entblösst; die Füsse
sind beschuht. Die 1. Hand hält ein Füllhorn mit Aepfeln und Trauben geschultert.
Zu den Füssen ringelt sich eine geschuppte Schlange, den Kopf in die Höhe ge-
richtet, um den die 1. Seite stützenden Tronk. — Vgl. Arch.-epigr. Mitth. II, S. 178 f.

6. Victoria, Statue aus grauem Marmor. H. 0*62, mit Sockel 0*76. Die
Figur, an der unteren Hälfte bekleidet, setzt den r. Fuss auf eine Kugel; die ge-
senkte Linke hält einen Palmzweig. An den Füssen Sandalen, am 1. Oberarm ein
Ring. Der Kopf und der erhobene r. Arm fehlen. Geringe Arbeit, besonders her-
vorzuheben ist eine starke Verkürzung des vorgesetzten Oberschenkels.

7. Mercur, Statue aus Marmor, nackt, auf dem r. Standbein aufruhend und
in der 1. Hand den grossen Caduceus, in der gesenkten R. das Marsupium zwischen
den Hörnern eines zu seinen Füssen kauernden Bockes haltend; über der r. Schulter
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