Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

Seite: 167
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ist die grosse, bis auf den Boden niederfallende Chlamys geknüpft. Das Ganze ist
in zwei Stücken erhalten, von denen das untere nur die Füsse des Gottes und an
einem Tronk die Vorderklauen des Thieres enthält. Zwischen beiden Theilen fehlt ein
grosses Stück. H. des oberen Torso's 0-47, des unteren Stückes sammt Basis Ol7.

8. Torso einer ähnlichen Figur aus grobem Marmor. H. 0*55.

9. Torso einer Togafigur, Marmor. H. 0'98.

10. Untertheil einer Diana (?) aus Marmor. H. 0-29, mit Sockel 0-34. Die
aneinander geschlossenen Beine sind durch das zurückflatternde, in breitem Ueber-
wurf bis an den Schoss fallende Gewand hindurch sichtbar, das 1. Bein ist etwas
vorgesetzt. Die Füsse tragen Sandalen. Der Oberleib ist etwas vorgeneigt zu
denken. Das Motiv ist ähnlich der capitolinischen Statue, Clarac pl. 562, 1204. —
Vgl. Pistolesi, il Vaticano descr. IV, 17, 2. Nibby, Mus. Chiaramonti II, 7.

11. Torso einer Victoria (?) aus Marmor. H. 0 40. Kopf, Arme und Beine
unter dem Knie fehlen. Die Figur ist in heftiger Bewegung nach vorn, der r. Arm
war hoch erhoben. Ein den ganzen Rücken begleitender Steinansatz scheint einem
Flügel angehört zu haben. Das gegürtete Diploidion ist an der r. Seite der Brust
unter dem erhobenen Arm zurückgefallen; über dem Oberschenkel des vom Knie
ab entblössten r. Beines, welches in eiligem Ausschreiten vorsetzt, hat sich das
zurückgestrichene Gewand in bauschigen Falten 'gesammelt. Alle Gewandpartien
lebhaft bewegt; das Ganze eine kräftige Arbeit.

12. Torsostück einer doppelt bekleideten weiblichen Figur, Marmor.
H. 0'40. Unter der Brust ist das schmalfaltige Gewand mit einem Band gegürtet;
die 1. Hand hält ein (Füll-)Horn, dessen oberes Ende fehlt.

13. Bruchstück eines Hochreliefs (P a n einen Bock (?) tränkend) aus Marmor.
L. 1'30, Br. 0'25, H. 0 45. Auf einer niedrigen Plinthe ruht, mit dem Bauche auf-
liegend, ein Hund, den zurückgedrehten Kopf mit gefletschten Zähnen in die Höhe
gerichtet. L. vor dem Hintertheil des Thieres setzt ein Bockfuss auf (Pan), r. hinter
dem Hunde, circa 0'40 M. entfernt, befindet sich ein rundlicher Ansatz, keinesfalls
dem correspondierenden Hufe angehörig.

14. Priapus, Büstenfragment von einer Statue aus grauem Sandstein. H. 0-30.
Bärtig; das Haupt ist mit einem Tuche bedeckt, die Brust mit einem Gewände
bekleidet.

15. Statuette eines thronenden Zeus aus weissem Marmor; nur die untere
Hälfte, vom Unterleib an, erhalten. H. mit Basis 0'22, Br. 0-18. Zeus, mit nacktem
Oberkörper, das Gewand faltig um Hüften und Beine geschlagen, sitzt auf einem
hohen Thron, die sandalenbekleideten Füsse ruhen auf einem Schemel. L. davon
Reste der Fänge und des Schwanzes des Adlers (?). Die in der Mitte mit Querleisten
versehenen Seitenwände des Thrones gehen r. und 1. in geschweifte Pilaster über,
die sich unten schneckenförmig einrollen. Auf der oberen Fläche tragen dieselben
Ansätze mit Thierkrallen, jener 1. dazu die Spur eines Thierhinterleibes (Sphinx?).
Das Ganze auf einer viereckigen, vorn gerundeten Basis.

16. Bärtiger Kopf, Sandstein. — 17. Porträtbüste eines Knaben, Marmor,
ausdrucksvoll. — 18. Weiblicher Porträtkopf' mit gewelltem und zurückgelegtem
Haar und Augenhöhlen zum Einsetzen der Augen mit Stiften. Marmor. — 19. Weib-
licher Kopf aus Marmor, jugendlich; auf dem kunstvoll geordneten Haar ein
kleines Netz. — 20. Weiblicher Kopf mit Diadem, von ernstem Ausdruck, aus weissem
Marmor; zerstört. — 21. Mädchenkopf aus Marmor. — 22. Unbärtiger Manneskopf
mit Kraushaar, Sandstein. •— 23. Bärtiger Kopf aus Sandstein. — 24. Eberkopf. —
25. Köpfchen eines Steinbocks aus weissem Marmor, schön gearbeitet.
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