Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

Seite: 173
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1879/0183
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
dessen Eand ihr gegenüber sich eine zweite mit gestreckten Armen aufstemmt
und aufmerksam zusieht; auch sie ist nackt und nur mit einer flachen Haube be-
kleidet*). (S. V.)

2. Thon ebenso: Pan, muskulös, bärtig, mit einer Binde im Haar, das Fell
nachlässig über den 1. Arm geworfen, ist mit einer zu seinen Füssen stehenden
Amphora beschäftigt. Die Action unklar: vielleicht hebt er den Deckel. (S. V.)

3. Kother Thon: Gladiator, im Ausfall nach 1. begriffen; Rückansicht.
Der Helm ist über den Kopf gezogen, die 1. Seite durch den langen, unten spitzen
Schild geschützt. Die Brust trägt wohl einen Panzer, deutlich ist der Schurz um
die Hüften. An den Beinen Schienen oder Stiefel (?). (S. V.)

4. Versilbert: Gladiator, mit bebuschtem Helm, nackter Brust, Hüften-
schurz, Bein- und Armschienen, weicht nach r. zurück, sich mit dem hoch erhobenen
Schild deckend, das kurze hakige Messer in der L. in Paradehaltung. (S. V.)

5. Zwei Gladiatoren, beide in Rückansicht, der eine vor dem anderen
weichend und ihm den Schild entgegenhaltend, ^dieser mit gesenktem Schild und
rückwärts parat gehaltenem Messer (dasselbe nicht sichtbar) folgend. Beide nackt
bis auf den Schurz; der Angreifer trägt Armringe und Stiefel und eine flache Kopf-
bedeckung, der Verfolgte einen hohen zipfelförmigen Helm, Beinschienen und hand-
schuhartigen Schutz der R.

6. Mänade in langem Gewand, den Kopf verzückt in den Nacken geworfen,
im 1. Arm das Opferthier, in der zurückgestreckten R. das Messer. (Vgl. Stackel-
berg Gräber der Hellenen Taf. LH, 4.)

7. Zwei Masken mit umgeschlagenem Kopftuch. (S. V.) — 8. (Versilbert):
Kaninchen, Trauben fressend. (S. V.) — 9. Hase, nach 1. laufend. — 10. Bukranion.
— 11. Eber. — 12. Langbeiniger Vogel (Storch). — 12. Ein grösseres Thier läuft
einem ähnlichen kleineren nach (Schweine?). — 14. Bärtiger und Jünglingskopf
in Profil gegenüber. — 15. Frau, mit der R. ihr Haar aufhebend. — 16. Nackte
Figur auf den Knien, sich umblickend, in der R. zwei Flöten, in der L. eine
Frucht (?), auf dem Kopfe eine spitze Mütze. — 17. Nackte auf dem r. Bein kniende
Figur, auf dem Haupte ein Helm (?), die L. sprechend erhoben; vor ihr auf dem
Boden ein Schild (?).

Die meisten dieser Lampen stammen aus Sissek.

Folgende Lampenstempel sind zu verzeichnen:
AQILIS, CERIALIS, CERIAlIS, C^L , CRESCE, CRE|CE , C DESSI, FORTIS, FRONTO,
*Nv|, LIC, NERI, NERIVS, OCTAVI , auch OOAVI (Octavi), Q£C, QNQ, PROBVS,

STROBILI, AVNTHEPI, RXlMX-n

O

Endlich bemerkten wir einmal das Zeichen i.

Eigenthum des Sisseker Alterthumvereins sind einige Stücke aus Terra
sigilatta. Wenige davon tragen Figurenschrauck (Medusenhaupt, daneben eine
undeutliche Figur, beides an einem Gefässrand; Tiger nach r. laufend; Gorgoneion,
Palmetten und Rosetten). Von Stempeln notirten wir:

*) Zu ganz demselben Bilde, das Herr Prof. Conze auf einer Lampe von
Bronze im Museo Civico zu Roveredo vorfand, lesen wir in seinen Notizbüchern
die Bemerkung: „scheint Fälschung".
loading ...