Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 3.1879

Seite: 191
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Zu Corpus iiiscriptionura Latinarum III

Dacia

Im Jahre 1878 wurden auf dem Glacis der Festung Karlsburg
folgende zwei Votivsteine etwa 60 Centiineter tief aus der Erde aus-
gegraben, deren Abschriften mir der dortige Geniedirector Major
von Pechl so freundlich war mitzutheilen:

sarapi
a vg •
s a c r v m
t i b ■ i v n i v s
flaccinvs
leg - avg-
p r • p r ■

Sarapi Aug(usto) sacrum. Tib(eriics) Ianius Flaccinus legiatus) Aug(usti)

pr(p) pr(aetore).

Dieser Inschriftstein ergänzt den Namen des von Mommsen
C I. L. III, 1461 gebrachten Statthalters tib ■ iv. . . ., doch sagt er
uns Nichts über die Verwaltungszeit desselben.

Auch in der folgenden Inschrift:

sarapi et isidi
l • ivnivs 1 rvfi
nvs•procvlia
nvs- t r i b • l- c-
mil • leq • xiii • g

Sarapi et Isidi Kitcius) Iunius Rufinus Proculianus trib(unus) l{ati)~
c{lavvus) mü(itum) legiionis) XIII g(eminae)

finden wir eine bereits bekannte Persönlichkeit, welche ein Inschrift-
stein des Museums von Spalato (C. I. L. III, 3202) zum Jahre 184
als Proprätor Dalmatiens nennt. L. Junius muss also vor dem
Jahre 184 als Tribun der 13. Legion in Dacien gestanden und im
Geschmacke jener Zeit den ägyptischen Gottheiten seinen Votivstein
gesetzt haben.

Schässburg C. GOOSS

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