Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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aus dem 16. Jahrhundert zu trennen ist und dass in Nagler's
Künstlerlexikon XI S. 269 f. Fueßli's ganz richtige Angaben mit Un-
recht verdächtigt werden.

Erstes Blatt, 0-36 hoch, 0-42 lang. Ansicht des Ausgra-
bungsplatzes. Colorirte Federzeichnung mit der Unterschrift: „Sito
nelli Orti Farnesiani sul Monte Palatino doue fü cauata la Statua
di Basalte d' Ercole alta di palmi 18 Romaiii disegnato sul luogo da
me Gaetano Piccini Romano nel Mese di Aprile V Anno 1724u. —
Steinbruch mit einiger Vegetation, auf einem kleinen Hügel rechts
lockern zwei Arbeiter mit der Hacke den Boden auf, ein dritter
führt Steine auf einem Schubkarren hinweg, ein vierter macht sich
im Steinbruche zu schaffen. Vorne liegen einige Architekturfrag-
mente, links ein grosses Gebälkstück, die Statue des Hercules (selt-
samerweise weiss angelegt), an der beide Arme, das r. Bein vom
Knie an und die untere Hälfte des 1. Unterschenkels fehlen, ein
Stück der dazu gehörigen Basis mit den Füssen und ein Kopf, ohne
Zweifel der des mitgefundenen Bacchus.

Zweites Blatt, 0*46 hoch, 0'31 breit. Zwei Statuen:
Hercules mit den Hesperidenäpfeln und Bacchus auf einen Satyr
gestützt. Getuschte, sehr manierirte Federzeichnung; darunter die
Aufschrift: „Colossi di Ercole e Bacco di pietra Basalte di altezza
di Palmi 22 romani ritrouati in Roma nelli Horti Farnesiani nette
rouine della Casa aurea di Nerone in Campo boario trasportati in Pia-
cenza p. ornare il Palazzo del Serenissimo Sig. Duca di Parma1'
Es sind die durch ihre Grösse (M. 3*65 und 3*55) berühmten Ba-
saltstatuen in der Rotonda der königl. Pinakothek zu Parma (cata-
logo delle opere esposte etc. 1875 pag. 9 n. D u. E). Abgebildet
mit Restitution des Fehlenden bei Bianchini del palazzo de' Cesari
(Verona 1738) tab. XIX (Bacchus) u. XX (Hercules); besser und
nach ihrem jetzigen Bestände in den ,,Fiore della ducale galleria
parmense intagliato nella scuola di P. Toschi e A. Isac, Parma co' tipi
Bodoniani 1826u tav. III (Hercules) und IV (Bacchus); Bacchus
allein, jedoch bis zur Unkenntlickeit entstellt als Titelbild zu Bar-
tolis ragionamenti (Parma 1757). — Kurze Fundnotizen bei Bian-
chini a. a. 0. p. 54 und Ficoroni le vestigia e raritä di Roma antica
(1744) p. 32 (vetera monumenta ed. Galeotti im Anhange zu Fico-
ronis gemma ant. litt. p. 113 = Fea miscellanea I p. CXXV 18),
welcher die Entdeckung des Hercules — den Bacchus erwähnt er
nicht — in das Jahr 1720 versetzt, während sie nach Bianchini,
dem Leiter der Ausgrabungen, und nach der Angabe auf Blatt 1
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