Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 29
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1880/0035
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
29

Landung der Helena (s. das folgende Blatt), darunter bunte Bänder
und Streifen.

Viertes Blatt, 0 39 hoch, 055 lang. Landung der Helena,
Wandgemälde. Colorirte Federzeichnung, darunter: „Sbarco in
Grande della Pitbura trouata nelli Orti Farnesiani nel mese di
Settembre 1724 disegnata coli istessi colori dal originale antico da me
Gaetano Piccini Romano". Links ein überhängender Felsen, an dessen
Fusse auf gemauertem Unterbau ein Thurm mit zwei Bäumen ; vorn
der ganzen Länge des Bildes entlang der flache Strand einer kleinen
Bucht; Ausblick auf das offene Meer. Der Fels links verdeckt das
Vordertheil eines rechts im Profil der Langseite gezeichneten Schiffes,
aus welchem auf einer Leiter Helena an das Land steigt. Helena
wird hierbei von Paris unterstützt, der bereits auf festem Boden
steht, ihren 1. Arm mit der L. gefasst und die R. auf ihren Rücken
gelegt hat. Helena ist blond und trägt ein gelbes Untergewand,
darunter ein zweites violettes und einen ebenso gefärbten Ueberwurf,
den sie mit der R. fasst. Bewegungs- und Gewandmotiv scheinen
in gleicher Weise missverstanden. Paris trägt einen Helm, Sandalen
und eine hinten herabfallende, aussen bläuliche, innen rothe Chlamys.
Die oberen Enden der Leiter hält im Schiffe ein bartloser Mann mit
Helm und violettem, gegürtetem Aermelchiton, bis zu den Knien von
der Brüstung des Schiffes bedeckt. Es folgt weiter im Schiffe nach 1.
eine jugendliche Figur, von der nur der Kopf und ein Stück des blauen
Kleides sichtbar sind, dann ein röthlich und weiss gestreifter, im
Schiffsboden aufgepflanzter Sonnenschirm und eine im goldgelben Ge-
wände ganz vermummte, offenbar sitzende Frau mit nach 1. geneigtem
Haupte, welche einem aufgerichteten, nach r. gewendeten, bärtigen
Manne in gelbem Chiton und darüber geworfenem violetten Mantel
unter die Achsel greift. Das Schiff ist an den Seiten mit einem hohen
Geländer versehen. Die zahlreichen Ruder sind durch ein durch-
löchertes Brett gesteckt; eine Ruderstange (?) ragt hinter dem be-
helmten Manne hervor. Am Schiffshintertheile liegt eine Windfahne.
Das Aplustre zeigt auf einer Scheibe ein Federornament. Der Bauch
des Schiffes ist roth gefärbt mit einem blauen und einem weissen
Streifen, auf letzterem ein Goldzierrath. Auf einem rothen Felde
erscheint eine fliegende Taube. — Das Gemälde ist nach Camillo
Padernis Zeichnung in G. Turnbull a treatise on ancient painting
(London 1740) pl. 25 gestochen; unser Blatt hat den Vorzug der
farbigen Wiedergabe und macht auch in übrigens nicht sehr wesent-
lichen Einzelheiten den Eindruck grösserer Treue. Im Texte (pag. 177)
loading ...