Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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sieht nur eine Schlange des Haares, die Füsse der Figur fehlen,
der Kopf ist nur im Umriss erhalten). Auf der Rückseite: ein
Reiter in geschürzter Tunica und kurzem Mantel sitzt vorgebeugt
auf dem im Schritt gehenden, mit Decke und Brustgeschirr ver-
sehenen Pferde (die Köpfe fehlen, Details sind undeutlich). — Aus-
führlich doch in wesentlichen Dingen unrichtig beschr. Schern, p. 93 s.;
darnach und als ein zweiter Stein nochmals erwähnt im Bull. 'Balm.
1877 S. 70 ff. (vgl. den Auszug daraus Arch.-epigr. Mitth. II S. 171 *).
— Nahebei: schöne Ära, Marmor, 0*95 h., 073—0'57 br. u. d.,
Inschriftfeld 053 h., Buchstabenhöhe 0*68:

DIAN S I L V N

A V C A V G
SACR SACK

erwähnt Bull. Balm. 1. c. — Unfern in gleicher Tiefe gefunden:
Mühlstein zum Oelpressen, unterer Theil mit umlaufender Rinne
und Ausfluss, unten am Rand viele Löcher, 2 M. Durchm. — Ebenso:
grosser Marmorsarkophag von schönster Form, wohlerhalten, der
Deckel entzweigebrochen. An der Seite:

Alle diese Denkmäler liegen auf engem Räume beisammen
innerhalb der Umfassung des neuen Friedhofes. — Eine Marmor-
basis mit Löwenfüssen, die ich vergeblich suchte, erwähne ich hier
wegen ihres seltsamen Schicksals (cf. Schern, p. 95). Nachdem man
Jahrhunderte lang Pulver von dem Steine geschabt und als Heil-
mittel genommen, wurde derselbe zu einem Weihwasserbecken um-
geformt und von der Quelle, wo er seit unvordenklicher Zeit gelegen,
in die Kirche gebracht. Allein von da entführte ihn der Mohame-
daner Kreovic nach seinem Gehöfte Kreindvor und zwar zwei- bis

*) Der. in jener Notiz an ex'ster Stelle beschriebene Stein von Kripovac ist
ein altslavisches Grabdenkmal.
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