Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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3. Das Feld Gr ad eine (Burgfeld), 1/i Stunde südlich vom
Kloster dicht am Flusse, abwärts der neuen Brücke. Von Inschriften
liegt dort nur ein unten gebrochener Grabstein in einem Gärtchen
gegenüber der Mühle. Marmor 0 27 h., 0'48 1., schöne Buchstaben
aus dem Anfange der Kaiserzeit:

Vgl. C. I. L. III, 2048: T. Sabinus T. F. Fab. domo Sebaste mit

Mommsen's Anmerkung; Sebasto [poli] zu ergänzen verbietet der Raum.

Das Ruinenfeld ist geackert oder bebaut und bietet nur wenig
sichtbare Gebäudereste; in weitem Umkreis stehen hie und da Flächen
behauener Steine, Säulenstücke u. dgl. aus der Erde hervor. Nur
Ausgrabungen, die hier am Platze wären, könnten ein Resultat
liefern, das über die auf mehrjähriger Beobachtung des frischge-
ackerten Feldes beruhenden Angaben des Schern. 1867 hinausginge*).
Die Pfeiler der alten Brücke sieht man sowohl hüben als drüben
unter dem schilfigen Wasser in Form gewaltiger, durch Eisenklam-
mern verbundener Quadern. Die Strasse, welche auf dieser Brücke
über den Fluss geführt war, ist beiderseits durch den Anbau des
Thaies weithin verschwunden. Erst 1 Stunde südlich vor Humac
taucht unter Gebüsch ein Stück derselben auf, und 2 Stunden weiter,
schon nahe an Viddo, ist sie wohlerhalten. Dort sollen auch zwei
Meilensteine gefunden sein. Im Volksmund, der die Entstehung der
Strasse an eine sagenhafte Erzählung knüpft, heisst sie Sekulan;
ihre Richtung bezeichnet derselbe mit den unverstandenen Worten
„od Soline do Norme", d. h. von Salona nach Narona.

, Die anbaufähige Thalstrecke von Klobuk bis in die Gegend
von Humac (ca. 14 Km.), innerhalb welcher der Fluss den Namen
Mlade führt, ist erst vor wenigen (3—4) Decennien urbar gemacht
und noch theilweise versumpft. Hiedurch ist die Römerstrasse selbst
bis auf wenige Reste am linken Ufer zerstört; überdies läuft in der-
selben Richtung, wahrscheinlich mit der gleichen Trace, eine mittel-
alterliche Strasse, von der nur mehrere Bogenbrücken aus Bruch-
steinen mitten im versumpften Terrain stehen geblieben sind. Römi-
sches Alterthum bezeugen:

*) In loco Grradcine plurimi existunt lapides perita manu elaborati, tum aggeres,
aedifieiorum divisiones, lateres imbrices atque tegidae magna in copia: l. c.

III. Das Thal der Trebizat
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