Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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kleinen Läden beschrieben wurde. Jetzt ist an Ort und Stelle nichts
davon zu sehen. Eine Sammlung römischer Münzen aus Vitina und
Umgebung soll derselbe Beg (d. z. in Sarajevo) besitzen.

2. Mlade (Brückenstelle am gleichnamigen Fluss zwischen
Vitina und Veljaci, 3 Km. westlich von ersterem). Am rechten Ufer
ca. 100 Schritte abwärts von der neuen Brücke liegt auf künstlicher
Terrasse ein sehr alter Friedhof mit einem aus älteren Bausteinen
errichteten Kapellchen, hinter dem die Quadergrundmauern einer
grösseren Ruine sichtbar sind. Im Kapellchen sind zwei Inschrift-
bruchstücke nebeneinander eingemauert, a) Marmor, 0*27 h., 0"22 br.

Aussen auf dem Friedhofe liegt ein römischer Grabstein 1*1 h ,
0 82 br., 0'52 d., auf den Schmalseiten ist dieselbe Sculptur zwei-
mal wiederholt: ein nackter Knabe mit langem Lockenhaar steht
ganz nach vom gewendet, das 1. Bein übergeschlagen auf eine um-
gekehrte lange Fackel gestützt, die er mit der R. oben festhält,
während er die L. in die Seite stemmt. Beiderseits Blätterranken.
Rohe Arbeit, gedrungene rundliche Formen.

Die bei Humac citirte Stelle des Schern. 1867 über kleinere
Funde (numismata, annuli etc.) gilt auch von Veljaci, in dessen
Pfarrsprengel Mlade sowie Vitina gehört.

Von Klobuk aufwärts ist das Thal des Flusses, der hier Tia-
rina heisst, eng und felsig. Die Römerstrasse ist an äusserst ge-
ringen Spuren auf den linksseitigen Begleithöhen, etwas abseits des
Flusses erkenntlich. Man sieht an günstigen Stellen mit weichem
Erdgrund kaum mehr als eingestampften Steinstaub, der in ver-
schiedener Breite auf kurze Distanzen zu verfolgen ist. Dieser Zu-
stand erklärt sich dadurch, dass die Strasse noch heute als Saum-
pfad stark benützt wird. Andere römische Reste fand ich auf dieser
Strecke nirgends. Ein Meilenstein soll nach mündlicher Mittheilung

v

von Geistlichen in Humac und Siroki-Brig vor zehn Jahren in Tihal-

HEVTK husf

b) Marmor, 0'17 h. u. br. Buchstabenhöhe 0'045:

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