Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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jina oder Nezdravica*) gefunden, jedoch zerschlagen worden sein.
Eben dort ist die alte Strasse verhältnissmässig wohl erhalten,
s. Schern. 1867 p. 168. Ich verfolgte sie bis zum Krenica jezero,
der, von dem Flusse gebildet, 8*5 Km. vor Runovici beginnt, heuer
jedoch das ganze Thalbecken bis zu diesem Ort unter Wasser setzte,
so dass mir die Weiterverfolgung der Strasse von dem erwähnten
Punkte an nicht möglich war. Den Rückweg von Drinovci nahm
ich über Ruzici, Ledinac, Rasno und Sirokibrig nach Mostar und
vollendete so, ungefähr in der Richtung des zAveiten Schenkels, die
Umschreibung des eingangs erwähnten Dreieckes. An den genannten
Orten fand ich in grösster Fülle interessante altslavische Denkmäler,
an welchen schon der bisherige Weg eine die römischen Alterthümer
an Zahl weitaus übertreffende Ausbeute gewährt hatte. Doch ist
hier nicht der Ort, auf dieselben näher einzugehen. Römische Alter-
thümer sind mir auf dieser letzten Route nirgends vorgekommen,
obwohl ich im Sirokibrig zu Erkundigungen und Excursioncn acht
Tage verweilte.

IV.

Auf der Route von Mostar nach Sarajevo, die ich zunächst
einschlug, um etwaige Spuren der Verbindung des Innern mit der
Küste aufzusuchen, ergaben sich nur wenige Funde im letzten Viertel
des Weges**). Ein unzweifelhaft römisches Denkmal bietet erst

1. Der Ort Pazaric halbwegs zwischen Konjic***) und Sara-
jevo, wo mit den Quellen der Zujevina das Flusssystem der Bosna
beginnt. Es ist ein grosser Grabstein (Kalkstein, sehr verwittert)
1*91 h., 0'86 br., jetzt gegenüber dem k. k. Stationscommando an
der westlichen Wand des Wachhäuschens aufgestellt, im Gebüsch

*) Die G. C. rückt diesen Ort viel zu weit nordöstlich von Tihaljina in's
Gebirge. Er liegt vielmehr dicht anstossend an Tihaljina, so dass die obige Nach-
richt sicher nur von einem Punkte zu verstehen ist. In die Gegend von Tihaljina
fällt die Lage der römischen Strassenstation Aufustianis, welche Tab. Peut. Villi
M. P. von ad Novas, XIII M. P. von Bigeste (cf. Geogr. Rav. u. Itin. Ant.) ver-
setzt. Bigeste fällt, wie schon Mommsen C. I. L. III p. 1029 bemerkt, der Lage
nach völlig mit der Ruinenstätte von Humac zusammen.

**) Bei Hau Podporim scheint weder die nicht näher bekannte „römische
Inschrift", deren Copie Ste. Marie besessen haben will, noch die römische Ruine
die man am Abhang des Porimberges entdeckte, zu existiren.

*?*) In Konjic und Umgebung sammelte der frühere Pfarrer P. Andreas
Münzen, die später in den Besitz des Weltpriesters Paulinovic von Macarsca über
gingen.
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