Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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3. Mai'morara, 1*01 h., 072 br., 0*35 d., vor dem Hause des
Mula Aga Muftic (Nr. 271) als Bank benützt und daher ausser-
ordentlich abgerieben. Nach mehrstündiger Betrachtung glaubte ich
folgende Inschriftreste ei-kannt zu haben; auf dem von mir mitge-
brachten Abklatsche waren kaum einzelne Buchstabenspuren sichtbar:

i o m

P- AL; CLEMe////
V E T E R

e-- as./)
■T SOS
E

B • VS

i O JA
p ■ all • CLEMEn//
L- pos

//

p • tal - LV - E

V • S • L • M

4. Sehr verstümmelte Ära im Vorhof einer verfallenen Moschee
am Westeingange des Ortes (gegenwärtig Stallung und Fourage-
Magazin der k. k. Truppen), 046 br., 0 42 d.:

I O - M

//i LALB«
V/////I ♦
V S L M

J(ovi) 0(ptimo) M(aximo) [..''. .aef]Z(ms) Alb(inus?) v[eter(anus)?]
v(otum) s(olvit) liibens) m(erito).

Ausserdem finden sich unter dem Schutte des theilweise ruinen-
haften Gebäudes unbedeutende ältere Architekturfragmente, so ein
Thürstein mit Zapfenlöchern, in welchen Eisenstücke mit Bleiver-
guss befestigt sind. Aehnliches, darunter eine Pfeilerbasis und eine
Säulentrommel, im Hofe der Careva Djamia. Die „entschieden
römischen" Grabsteine, welche Blau an mehreren Stellen des Ortes
als Trittsteine und Gossenbrücken verwendet sah, sind gewöhnliche
altslavische Gruftplatten, die mehr durch ihre Grösse als durch
Sculpturen (Schwerter, Kränze u. dgl.) ausgezeichnet, in Rogatica
allerdings sehr zahlreich in jeder Verwendung vorkommen. Das
Harem des Jussuf Aga Arnautovic, wo sich nach Blau's Erkun-
digung ebenfalls ein Inschriftstein befinden soll, ist nicht in Roga-
tica, sondern in dem 15 Km. nördlich gelegenen Ort Arnautovici
und finden sich daselbst keine römischen Alterthümer. Dagegen
steht ein römischer Sarkophag, 05 h., 0'89 1., 0 66 br., mit dabei-
liegendem Deckel als Brunnentrog bei einer Quelle am südwestlichen
Ende der Stadt, am Eingange der Schlucht, durch welche der Weg
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