Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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kleineres E ineinandergesteckt (NB. in meinem Facsimile zu gross
ausgefallen). Nach einer verwischten Stelle folgen Reste eines Buch-
stabens (k?) in das A von Hand ß reichend.

Fr. c'. Der Zusammenhang mit b' ist auch hier nicht sicher.
Die schräge Hasta von A schliesst sich an, aber bei V stimmt es
nicht. Die beiden Hände am Anfang sind so ähnlich, dass es fast
aussieht, als ob es sich nur um eine Ausbesserung handle.

Ii Hand: AI; 2. Hand: "PIKAEAPXONE e]m KXedpxov.

Von einer früheren Inschrift ist ein E über den letzten Buch-
staben erhalten.

Fr. d'. Die Zusammengehörigkeit mit c' sehr wahrscheinlich:
XTOP e|sTÖTT...

Dass die vier Fragmente zu demselben Streifen gehörten,
scheint mir die Aehnlichkeit der Hände und die gleiche Höhe zu
beweisen.

Graz W. GURLITT

C Antiquitäten

1. Bronzestatuette, Ziege, O08 1., 0-05 h., mit langen gesenkten
Hörnern (eines abgebrochen) ; an denselben sowie an den Gelenken
eingeritzte Ornamente, vorn am Bauche drei Striche. Archaisch
vgl. Carapanos Dodone et ses ruines pl. XXI 2.

2. Stirnbüschel eines Pferdes, 014 h., mit einem breiten Leder-
riemen umwunden; wahrscheinlich zu demselben Reiterstandbilde
gehörig wie das folgende Stück.

3. Freischwebender I. Fuss von einer Reiterstatue, 028 h.

und 1. Der Fuss ruht auf einer O'Olö hohen Sohle und ist mit einem
an der ersten und der zweiten Zehe ausgeschnittenen enganliegenden
Lederstrumpfe überzogen. Ein aus demselben Stücke geschnittener
Lappen ist um den Unterschenkel geschlagen. Das an der Sandale be-
festigte Riemengefiecht umgibt korbartig die Ferse. In seine Maschen
greift ein starker Lederriemen ein, welcher auf dem Vorderfusse
eine ovale Figur bildet, über Rist und Schienbein kreuzweise ge-
schnürt und in der halben Höhe des Unterschenkels geknüpft ist.
Mit dem Geflechte hängt eine auf der Achillessehne aufliegende,
dicke, rautenförmige Platte (wohl mit Metallbeschlag zu denken)
zusammen. An dem Strumpfe ist der Sporn befestigt. — Die Arbeit
zeugt von der grössten Meisterschaft und Sorgfalt. Die Structur
des Leders ist durch eingeritzte Punkte angedeutet, die Nähte des
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